Der Bewohner eines Seniorenheims sitzt allein an einem Tisch. (Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa)

VdK fordert mehr Einbeziehung der Heimbewohner

Interview mit Wolfgang Steiner vom Landesvorstand VdK Saarland

Interview: Simin Sadeghi   23.10.2020 | 16:30 Uhr

Seit Monaten können Angehörige ihre Liebsten in den saarländischen Pflegeheimen nur noch eingeschränkt besuchen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Coronavirus eingeschleppt wird. Aber Distanz auf Dauer ist auch keine Lösung, vor allem bei dementen Patienten. Bisher wurde viel über die Köpfe der Heimbewohner hingweg entschieden. Da die meisten aber freiwillig in den Einrichtungen leben, sollten sie auch mitentscheiden - das fordert jetzt auch der Sozialverband VdK. Dazu im SR-Interview: Wolfgang Steiner vom Landesvorstand VdK Saarland.

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Coronamaßnahmen: VdK fordert mehr Einbeziehung der Heimbewohner
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 23.10.2020, Länge: 04:24 Min.]
Coronamaßnahmen: VdK fordert mehr Einbeziehung der Heimbewohner

Saarland
Vorerst doch keine Besuchserleichterung in Seniorenheimen
Das saarländische Gesundheitsministerium hat die beschlossenen Lockerungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen wegen der aktuellen Coronalage ausgesetzt. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) sagte dem SR, die Entscheidung sei im Einvernehmen mit der Pflegegesellschaft getroffen worden.

Eigentlich hätten vor Kurzem die strengen Corona-Besuchsregeln in den Senioren- und Pflegeheimen gelockert werden sollen. Eigentlich. Denn dann sind die Zahlen wieder in die Höhe geschossen und das saarländische Gesundheitsministerium hat die beschlossenen Lockerungen für Besuche ausgesetzt - im Einvernehmen mit der Pflegegesellschaft.

Wenn es eine Verordnung seitens des Landes gebe, dann sei der Heimbetreiber daran gebunden, sagt VdK-Mann Wolfgang Steiner. Bei den Folgen der Verordnung könnten die Heimbetreiber die Bewohner aber durchaus in die Entscheidungen und Umsetzungen mit einbeziehen. Das heißt, wenn per Verordnung keine externen Besucher erlaubt sind, so sollte doch zumindest mit den Bewohnern zusammen festgelegt werden, wie man das gemeinsame Leben im Haus organisiere, sagt Steiner.

Der Mensch sei nun mal ein soziales Wesen, das Kontakt brauche. Der VdK appeliert deshalb an die Heimleitungen, Überlegungen anzustrengen, wie die durch Corona so stark eingeschränkten externen Kontakte zumindest teilweise innerhalb der Einrichtung kompensiert werden könnten. "Und das kann man am besten machen, wenn man die Bewohner mit einbezieht."

Zum Teil finde die Einbeziehung auch schon in sehr guter Form in den saarländischen Einrichtungen statt. Aber eben nur zum Teil. Es gebe nun mal keine entsprechenden gesetzlichen Vorgaben dafür, sagt Steiner. Solche verbindlichen Vorgaben wären aber wünschenswert. Und ergänzt werden sollten solche Vorgaben mit der Einrichtung von Foren für einen Erfahrungsaustausch - zum Beispiel auch für Bewohner-Beiräte, die es in vielen Heimen gibt.

Ein "Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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