Eine Sirene vor einer Stadt (Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd)

"Die Stärkung des Katastrophenschutzes ist das Gebot der Stunde"

Interview mit Landrat Udo Recktenwald

  10.03.2022 | 12:15 Uhr

Die Flutkatastrophe in Ahrweiler war ein Weckruf für den Katastrophenschutz - auch bei uns im Saarland. Die zuständigen Landkreise wollen deshalb nochmal nachjustieren. Am 10. März gab es dazu einen runden Tisch. Neben den klassischen Aufgaben des Katastrophenschutzes war auch der Krieg in der Ukraine und die Folgen ein Thema.

Die Flüchtlinge aus der Ukraine, die Corona-Pandemie und der Klimawandel mit seinen Folgen - zurzeit gebe es viele Aufgaben, die es auch bei zu bewältigen gelte, sagt Udo Recktenwald. "Die Stärkung des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes ist deshalb das Gebot der Stunde."

"Das Land muss für den Katastrophenschutz ein paar Millionen mehr geben"
Audio [SR 3, Interview: Udo Recktenwald, 10.03.2022, Länge: 05:17 Min.]
"Das Land muss für den Katastrophenschutz ein paar Millionen mehr geben"
SR-Interview mit Udo Recktenwald, Landrat von St. Wendel und Präsident des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralamierung Saar.

Recktenwald ist Landrat von St. Wendel und Präsident des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung.

Zentrales Katastrophen-Kompetenzzentrum notwendig

In den Landkreisen sei man zwar gut aufgestellt - darin seien sich alle einig - aber "wir müssen noch stärker zusammenarbeiten und kooperieren", sagt Recktenwald. Dazu sei ein zentrales Kompetenzzentrum notwendig. Das Ziel sei ein "Katastrophenschutz aus einer Hand in Verbindung mit dezentralem Katastrophenschutz in den Landkreisen."

Hinzu kämen regelmäßige, gemeinsame Übungen und die Beschaffung von Sirenenwarnanlagen und Wetterstationen.

Nach den Erfahrungen im Ahrtal sei man sich zudem einig, dass man beim Katastrophenschutz noch stärker personalisieren müsse und dass das Land mehr Mittel in die Hand nehmen müsse. Man sei sich mit dem Innenminister einig, "dass das Ministerium für den Katastrophenschutz ein paar Millionen mehr an Landesmitteln auch in die Kommunen geben muss."

Die Kommunikation ist von entscheidender Bedeutung

Auch eine reibungslose Kommunikation spielt beim Katastrophenschutz eine ganz zentrale Rolle. Das sieht auch Recktenwald so. Im Saarland sei man da gut aufgestellt - auf allen Ebenen. Es gebe eine Arbeitsgruppe "Bevölkerungsschutz" beim Landkreistag, es gebe eine gute Kommunikation zu den Bürgermeistern und Kommunen und auch die Fachebenen seien sehr gut vernetzt. An der einen oder anderen Stelle könne man sicherlich noch nachjustieren, aber dadurch, dass das Saarland ein kleines Bundesland sei, "kennt hier jeder jeden."

Auch ein Thema: der Krieg in der Urkaine

Recktenwald sieht es als Aufgabe der Landkreise an, die Landesregierung bei der Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge zu unterstützen. Neben der zentralen Landesaufnahmestelle in Lebach "brauchen wir auch dezentrale Anlaufstellen in den Kreisen, damit wir die Menschen aufnehmen können, bevor wir sie auf die Kommunen verteilen." Es seien sich alle einig, dass das der richtige Weg sei.


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