Facebook (Foto: dpa)

"Die Zeugenaussage verliert ihr Gewicht"

Nadine Thielen   10.12.2019 | 12:15 Uhr

Drei Jugendliche werden in der Regionalbahn von Homburg nach Bexbach von vier Tätern angegriffen. In der Folge wird über die Sozialen Netzwerke nach den Tätern gesucht. Die Mutter eines der Opfer postet über Facebook einen Aufruf - mit dem Namen eines möglichen Täters. Private Zeugenaufrufe über soziale Medien können aber die Ermittlungsarbeit der Polizei behindern.

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Interview: "Die Zeugenaussage verliert ihr Gewicht"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 10.12.2019, Länge: 03:32 Min.]
Interview: "Die Zeugenaussage verliert ihr Gewicht"
Interview mit Dieter Schwan, Pressesprecher der Bundespolizei in Saarbrücken.

Zeugen werden in ihrer Aussage beeinflusst

Oftmals würden bei solchen privaten Zeugenaufrufe Spekulationen, aber auch Informationen veröffentlicht, die die Ermittlungsarbeit der Polizei erschweren - zum Beispiel Detailwissen von der Tat, sagt Dieter Schwan, Pressesprecher der Bundespolizei in Saarbrücken. Wenn Zeugen zu einer Tat Informationen erhielten, würden diese in ihre Aussage einfließen. Damit werde die Zeugenaussage für die Polizei quasi verwischt und verliere damit ihr Gewicht, sagt Schwan. Dies sei auch der Hintergrund, weshalb die Polizei bei einer Tat nicht alle Details veröffentliche. So könne man überprüfen, ob die Zeugenaussage auf eigenen Beobachtungen fuße und nicht auf Wissen anderer.

Auf die Infos kommt es an

Nichtsdestotrotz benötigt die Polizei oftmals für ihre Arbeit natürlich auch die Unterstützung der Öffentlichkeit. Eigene Aufrufe erfolgten über die öffentlichen Medien und Twitter und wenn Privatpersonen die Infos der Polizei über ihre sozialen Netzwerke verbreiten würden, könne dies auch durchaus hilfreich sein, sagt Schwan.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 10.12.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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