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"Nur niedrige Inzidenzen sind stabil zu halten"

Interview mit der Initiative "No-COVID2

Interview: Janek Böffel   26.03.2021 | 12:15 Uhr

Sollte die Inzidenzrate im Saarland unter 100 bleiben, sollen die Corona-Beschränkungen deutlich gelockert werden. Vieles soll dann wieder möglich sein - mit einem tagesaktuellen negativen Test. Dazu im SR-Interview: Denise Feldner und Maximilian Mayer von der Initiative "No-COVID“. Sie halten es grundsätzlich für gut, dass versucht wird, bei der Coronabekämpfung neue Strategien auszuprobieren. Allerdings halten sie das "Saarlandmodell" für noch nicht präzise genug.

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"No-COVID“
Die Initiative "No-COVID“

Bei der "No-COVID“-Strategie geht es darum, „Grüne Zonen“ mit niedriger Inzidenzrate zu schaffen, in denen dann wieder mehr öffentliches Leben möglich ist. Vorbilder sind Finnland, Australien und Taiwan. Der Initiative "No-COVID“ gehören unter anderem Virologen, Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsjuristen wie Denise Feldner und Politikwissenschaftler wie Maximilian Mayer an.

Neue Strategien auszuprobieren ist prinzipiell gut

Dass das Saarland mit seiner aktuellen Inzidenzrate um die 70 jetzt als Modellregion umfangreiche Lockerungen nach Ostern ermöglichen will, hält Mayer vom Grundprinzip her erst einmal für gut. "Wir sind jetzt ein Jahr ziemlich vor die Wand gefahren mit unserem Pandemie-Managment. Deshalb ist es gut, dass wir anfangen, jetzt über Modellregionen und Pilotprojekte andere Alternativen auszuprobieren", sagt Mayer.

"Es fehlt ein ganzheitlicher Ansatz"

"No-COVID“: "Nur niedrige Inzidenzen sind stabil zu halten"
Audio [SR 3, Interview: Janek Böffel, 26.03.2021, Länge: 06:53 Min.]
"No-COVID“: "Nur niedrige Inzidenzen sind stabil zu halten"
SR-Interview mit Denise Feldner und Maximilian Mayer von der Initiative "No-COVID“.

Das Problem sei seines Erachtens aber, dass das Saarlandmodell noch nicht präzise genug sei. Es fehle ein ganzheitlicher Ansatz. Nur auf Schnelltests zu setzen, werde nicht reichen.

Zudem gebe es das grundsätzliche Problem, dass keine empirischen Daten existieren, wie man eine Inzidenz von 50 oder 100 stabil halten könne, sagt Mayer. Und Denise Feldner ergänzt: Die Öffnung bei einer hohen Inzidenzbasis erfordere von allen Beteiligen in der Pilot- und Modellregion eine extrem hohe Präzision in den Maßnahmen. Und darin liege für sie das Problem bei der Umsetzung.

Fazit

"Nur niedrige Inzidenzen sind stabil zu halten", sagt Mayer. Im Grund sei dies eine physikalische Tatsache und "eine Modellregion sollte man nicht auf Sand bauen." Mayer hält eine 100er-Inzidenz für keine geeignete Schwelle für eine Modellregion. Zudem sieht er die Gefahr, dass beim Wiederanstieg der Infektionsrate sich die Modellregion zu einer Brutstätte für neue Virusvarianten entwickeln könnte.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 26.03.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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