Trauriges Kind versteckt sich (Foto: pixabay / ambermb)

Kann eine Impfung sich positiv auf die Psyche der Kinder auswirken?

Interview: Dorothee Scharner   12.07.2021 | 16:15 Uhr

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Corona-Beschränkungen. Eine Studie soll nun Aufschluss geben, ob eine Impfung von Kindern und Jugendlichen sich auch positiv auf die seelische Entwicklung auswirken könnte. Prof. Eva Möhler, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Homburger Uniklinik, ist an der Untersuchung beteiligt.

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Corona-Beschränkungen. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass sich die Zahl der psychischen Auffälligkeiten im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fast verdreifacht habe, sagt Prof. Eva Möhler. Sie ist die Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Homburger Uniklinik.

Auch die Lebensqualität der Kinder habe sich durch die Maßnahmen deutlich reduziert, so Möhler. Die Kinder litten einerseits häufiger unter Konzentrationsstörungen, auf der anderen Seite komme es vermehrt zu Aggressivität und Impulsivität.

"Wir wollen wissen: Ist durch die Impfung das seelische Leid reversibel"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 12.07.2021, Länge: 03:53 Min.]
"Wir wollen wissen: Ist durch die Impfung das seelische Leid reversibel"
Interview mit Prof. Eva Möhler

Kann eine Impfung die seelische Befindlichkeit verbessern?

Im Kreis Siegen-Wittgenstein soll nun anhand einer Studie ermittelt werden, ob eine Corona-Impfung möglicherweise die seelische Befindlichkeit von Kinder verbessern könnte. Für Kinder sei es einfach essentiell, unbeschwert am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, sagt Möhler. Sie ist als Psychiaterin in die Studie eingebunden. "Wir wollen einfach wissen: Geht es den Kindern besser wenn sie wissen, sie können wieder teilnehmen am gesellschaftlichen Leben - ohne Angst zu haben, jemanden anzustecken, an irgendwas schuld zu sein?"

Daten auch für die StiKo

Zurzeit gibt es seitens der Ständigen Impfkommission (StiKo) noch keine Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Der Grund sei, dass es für diese Altersgruppe noch nicht genügend Studien gebe, sagt Möhler. Die geplante Studie im Kreis Siegen-Wittgenstein hat zwar eine andere Zielrichtung, aber es werde auch mittels einer Vergleichsregion ermittelt, ob sich die Impfungen der Kinder positiv auf die Inzidenz auswirke. Die Ergebnisse könnten dann auch der StiKo zugute kommen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 12.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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