«Impfstelle» steht an einer Tafel am Eingang zum Impfzentrum. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bodo Schackow)

Ansteckung trotz Impfung führt zu milderem Verlauf

Interview: Gerd Heger/ Dr. Philipp Lepper, Intensivmediziner an der Uniklinik Homburg   16.07.2021 | 16:15 Uhr

Auch wer vollständig gegen Corona geimpft ist, hat keinen 100-prozentigen Schutz gegen das Virus. Doch bei einer Infektion verläuft die Krankheit dann milder, sagt der Homburger Intensivmediziner Philipp Lepper im SR-Interview. Deshalb rät er weiter zur Impfung.

Geringes Restrisiko bleibt

Der Schutz einer Coronaimpfung vor einer Ansteckung liege ein paar Prozent unter 100 Prozent, sagt Dr. Philipp Lepper, der Oberarzt der Intensivmedizin Uniklinik Homburg.

Dr. Philipp Lepper: "Wir wissen, dass Geimpfte weniger ansteckend sind""
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 16.07.2021, Länge: 03:50 Min.]
Dr. Philipp Lepper: "Wir wissen, dass Geimpfte weniger ansteckend sind""
Interview mit Dr. Philipp Lepper, Oberarzt der Intensivmedizin an der Uniklinik Homburg.

Im Saarland haben aktuell rund 600.000 Menschen ihre Erstimpfung erhalten, ca. 430.000 sind schon vollständig geimpft "und wir haben bisher nur rund 20 Infektionen unter ein- bzw. zweimaliger Impfung gesehen", sagt Lepper. Das sei eine sehr, sehr geringe Rate. Es bleibt also trotzdem ein kleines Restrisiko, sich trotz Impfung mit dem Virus zu infizieren.

Die Krankheitsverläufe seien dann aber sehr abgemildert, sagt der Intensivmediziner. Das belege die Studienlage. Aber auch ein Weitertragen der Infektion durch Geimpfte sei prinzipiell noch möglich. "Aber auch da wissen wir, dass Geimpfte weniger ansteckend sind", so Lepper.

Weniger Einlieferungen in Krankenhäuser

Insgesamt könnte man zurzeit beobachten, dass sich mit zunehmender Impfrate die Inzidenz immer mehr von den Krankenhauseinlieferungen abkopple. Das heißt: Steigende Infektionszahlen führen nicht mehr zwangsweise zu mehr Patienten in den Krankenhäusern. "Wir sehen durch die Impfung eine Trendumkehr", sagt Lepper.

Er geht davon aus, dass auch hohe Inzidenzen von über 100 nicht mehr zu einer so hohen Belastung im Gesundheitswesen führen wie bei der zweiten und dritten Welle.

Der Appell: "Unbedingt impfen lassen"

Leppers Appell lautet dennoch: "Unbedingt impfen lassen. Wir wissen, die Impfung ist sicher, die Impfung ist effektiv, die Impfung reduziert drastisch das Risiko, sich anzustecken und sie reduziert das Risiko eines tödlichen Verlaufs." Das werde durch die inzwischen vorliegenden zahlreichen Daten aus der ganzen Welt belegt.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 16.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja