Drehstühle und Monitore in einem Besprechungsraum. (Foto: dpa)

Landrat Lauer: "Wir haben weitere Szenarien bei den Notfallplänen hinzugefügt"

Omikron-Notfallpläne für die kritische Infrastruktur

Interview: Dorothee Scharner   30.12.2021 | 13:00 Uhr

Vielerorts wird befürchtet, dass die hoch ansteckende Omikron-Variante zu massivem Personalausfall auch in den kritischen Infrastrukturbereichen führen könnte. Im Saarland wurden die Notfallpläne entsprechend überarbeitet. Es sollen dann übergreifend aus verschiedenen Abteilungen Einsatzkräfte herangezogen werden können.

Die Corona-Variante Omikron gilt ja deutlich ansteckender als die bisher bekannten Virusvarianten. Vielerorts wird deshalb befürchtet, dass es durch Erkrankungen und Quarantänemaßnahmen zu problematischen Ausfällen in den Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur kommen könnte.

Die kritische Infrastruktur

Dazu gehören beispielsweise die Feuerwehr, die Krankenhäuser, Pflegedienste, die Polizei, aber auch die Strom- und Wasserversorger und die Müllabfuhr. Ebenso der Lebensmittelhandel, die Banken und auch die Bereiche, die dafür zuständig sind, dass all diejenigen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, diese auch erhalten.

Landrat Lauer zu den Notfallplänen im Saarland
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 30.12.2021, Länge: 04:10 Min.]
Landrat Lauer zu den Notfallplänen im Saarland

Notfallpläne werden angepasst

Einige Landkreise haben deshalb inzwischen wegen der befürchteten Coronawelle ihre Notfallpläne angepasst. Auch im Saarland habe man die bestehenden Notfallpläne bereits mit Blick auf Omikron überarbeitet, sagt Patrick Lauer, Vorsitzender des Landkreistages des Saarlandes. Nächste Woche würden die Pläne im Krisenstab nochmal abschließend beraten und dann in Kraft gesetzt.

Übergreifende Zusammenarbeit aus verschiedenen Abteilungen

"Schon jetzt gibt es Präventions- und Maßnahmenpakete, die automatisiert Vertretungseinsätze auslösen, wenn eine Einheit sich nicht mehr als leistungsfähig genug erweisen sollte", sagt Lauer. Die erweiterten Pläne sähen nun vor, dass auch übergreifend aus verschiedenen Abteilungen Einsatzkräfte aus der kritischen Infrastruktur herangezogen werden könnten. Und dazu gehöre auch eine Landkreis-übergreifende Zusammenarbeit.

Der Ablauf im Fall der Fälle

Es gebe im Saarland ein internes Alarmsystem, sagt Lauer. "Wie haben einen Krisenstab und eine 24 Stunden Rufbereitschaft an sieben Tagen in der Woche." Wenn ein Alarm ausgelöst werde, könne der Krisenstab binnen einer Stunde zusammen kommen, um eine Lagebeurteilung vorzunehmen und dann die akut notwendigen Schritte einzuleiten, so Landrat Lauer.

Lauer eher optimistisch

Dass es im Saarland zu einer durch Corona ausgelösten Krisensituation bei der kritischen Infrastruktur kommen könnte, damit rechnet Lauer eher nicht. "Die Blaulichtorganisationen haben jetzt eine Booster-Quote, die sich den 90 Prozent annähert, so dass uns hier nicht alle Leute komplett ausfallen." Und wer positiv aber symtomfrei sei, werde - natürlich unter Anwendung strengster Sicherheits- und Hygienevorkehrungen - dann auch Dienst verrichten müssen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 30.12.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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