Leitstelle des Saarlandes (Foto: SR)

Wie ist es um den saarländischen Katastrophenschutz bestellt?

Interview: Simin Sadeghi   20.07.2021 | 12:15 Uhr

Zuständig für den Katastrophenschutz sind im Saarland die Landkreise und der Katastrophenschutz hier funktioniere gut, sagt Patrik Lauer, der Vorsitzende des Landkreistages. Es gebe ein breites Meldespektrum mit klaren, schnellen Abläufen und Warnmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern sind in vollem Gange und auch die Aufarbeitung der Geschehnisse hat begonnen. Dabei hagelt es Kritik am Katastrophenschutz, vor allem den Frühwarnsystemen und Meldeketten. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock fordert deswegen Katastrophenschutz sollte Bundessache werden - Innenminister Seehofer will das föderale System beibehalten.

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Im Saarland ist der Katastrophenschutz Landkreis-Sache

Im Saarland sind die Landkreise für den Katastrophenschutz zuständig und hier sei man beim Katastrophenschutz sehr gut aufgestellt, sagt Patrik Lauer, der Vorsitzendes des Landkreistages. "Wir haben ein breites Meldespektrum, das von vielen Seiten und Ebenen bedient wird."

Patrik Lauer: "Wie sind im Saarland beim Katastrophenschutz gut aufgestellt"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 20.07.2021, Länge: 03:48 Min.]
Patrik Lauer: "Wie sind im Saarland beim Katastrophenschutz gut aufgestellt"

Der Deutsche Wetterdienst melde an das gemeinsame Meldezentrum von Bund und Ländern, die Meldungen würden weitergeleitet zur Leitstelle im Saarland und vor dort aus direkt an die Einheiten des Brand- und Katastrophenschutzes, so Lauer. "So ist gewährleistet, dass Meldungen uns sehr, sehr schnell erreichen." Über Radio, Fernsehen, Internet, Videotext und die Frühwarnapp könne dann ein großer Teil der Bevölkerung mit der Warnung erreicht werden.

Sirenen-Warnung

Die Sirenen im Land funktionierten, sagt Lauer. Das Problem sei, dass es nicht mehr so viele Sirenen gebe. Der Bunde habe sich vor einigen Jahren für eine Abrüstung entschieden. Inzwischen sei aber erkannt worden, "dass das ein großer Fehler war", so Lauer. Es werde derzeit ein Förderprogramm aufgelegt, um die Sirenen-Infrastruktur wieder aufzubauen. Damit Sirenen eine wirkungsvolle Warnung sein können, müsse man in der Bevölkerung aber auch wieder lernen, was die Sirenentöne bedeuten.

Starkregen ist immer problematisch

Ob bei Starkregen-Ereignissen die Frühwarnsysteme wirklich immer erfolgreich greifen können, daran hat Lauer seine Zweifel. Das Problem sei, dass man bei Starkregen letztendlich erst wenige Minuten vorher weiß, wo er stattfinden werde. Man müsse deshalb auch ehrlich sagen: "So sehr wir uns auch bemühen, Dinge zu verhinden - wir werden nicht jede Gefahr aushebeln können. Wir müssen schauen, dass nicht aus jeder Gefahr letztendlich auch eine Katastrophe wird."


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 20.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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