Symbole von Religionen und Glaubensrichtungen (Foto: Pixabay/SR)

"Nach Konfessionen getrennter Unterricht ist Mittelalter"

Interview: Nadine Thielen   21.10.2019 | 16:15 Uhr

Ein Schulfach, über das immer wieder mal diskutiert wird, ist das Fach Religion. In der Regel findet der Unterricht nach Konfessionen getrennt statt. Während die Landesschülervertreter in Rheinland-Pfalz fordern, das Schulfach ganz abzuschaffen, plädiert die Landesschülervertretung im Saarland dafür, einen einheitlichen, offenen Religionsunterricht ohne konfessionelle Trennung und für alle anzubieten.

Interview: "Die Schüler müssen die Freiheit haben, zu entscheiden, was sie am Ende glauben"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 21.10.2019, Länge: 03:37 Min.]
Interview: "Die Schüler müssen die Freiheit haben, zu entscheiden, was sie am Ende glauben"

"Wir leben in einer Gesellschaft, die offen gestaltet ist, und da passt ein konfessionsgebundener Religionsunterricht nicht dazu", sagt der Landesschüler-Sprecher Usamah Hammoud im SR-Interview. Es sei vielmehr wichtig, jeder Religion gerecht zu werden und es sei notwendig, einen offenen Religionsunterricht zu haben - gerne auch bekenntnisorientiert -, in dem Schüler auch unterschiedlicher Glaubensbekenntnissen zueinander finden könnten.

Die Freiheit, selbst zu entscheiden, was man glaubt

Es sei ja auch die Frage, was die Aufgabe des Religionsunterrichts sei: Die Erziehung zu einem bestimmten Glauben oder soll der Religionsunterricht die Schüler befähigen, selbst entscheiden zu können, was sie glauben wollen und was nicht, sagt Hammound. Glaube sei nun mal sehr individuell. Außerdem gebe es nun mal sehr viele Religionsgemeinschaften, und man könne ja nicht für jede einen separaten Religonsunterricht anbieten.

Religionsunterricht für alle

Eine Abschaffung des Religionsunterrichts hält er für keinen guten Weg, aber ein nach Konfessionen getrennter Unterricht sei "Mittelalter". Ein gemeinsamer Unterricht für alle sei für die Landesschülervertretung der richtige Weg. Jeder Glaube habe es verdient, gleichwertig behandelt zu werden. Und auch Atheisten sollten das Recht haben, am Religionsunterricht teilzunehmen, denn es sei ja auch ein Werte orientierter Unterricht, aus dem man für sein Leben schöpfen könne, so Hammoud.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 21.10.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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