Josephine Ortleb (Foto: Pressefoto)

"Erste ressort-übergreifende Gleichstellungsstrategie"

Renate Wanninger im Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Josephine Ortleb   08.07.2020 | 16:40 Uhr

Zur besseren Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen hat das Bundeskabinett am 8. Juli die erste ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie beschlossen. Zu deren Zielen gehört zum Beispiel, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Dazu im SR-Interview: Josephine Ortleb, SPD-Bundestagsabgeordnete in Berlin.

Die nun vom Bundeskabinett beschlossene Gleichstellungsstrategie sei ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung zwischen Männern und Frauen, sagt Josephine Ortleb im SR-Interview.

"Ein historischer Tag"

Sie bündele zum aller ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte ressortübergreifend zahlreiche Maßnahmen zur Gleichstellung. Insgesamt seien neun Ziele formuliert worden - darunter die Aufwertung sozialer Berufe. Die Wichtigkeit dieses Thema habe sich gerade in der Corona-Krise gezeigt, so Ortleb.

"Freiwilligkeit hilft nicht"

"Erste ressort-übergreifende Gleichstellungsstrategie"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger / Josephine Ortleb, 08.07.2020, Länge: 04:49 Min.]
"Erste ressort-übergreifende Gleichstellungsstrategie"

Im Bundestag sitzen rund 30 Prozent Frauen, in Kreistagen und Gemeinderäten nur 25 Prozent, nur in jedem zehnten Bürgermeisteramt sitzt eine Frau. Hier müsse jede Partei sich "an die eigene Nase fassen", mahnt Ortleb.

Man müsse politische Ämter auch innerhalb der Parteien für Frauen zugänglicher und interessanter gestalten. Ortleb plädiert dafür, in der anstehenden Wahlrechtsreform ein Paritätsgesetz mit auf den Weg zu bringen.

Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass freiwillige Maßnahmen allein nicht helfen, so die Bundestagsabgeordnete. Besonders Parteien ohne Frauenquote, allen voran CDU und AfD, hätten einen besonders niedrigen Frauenanteil, meint Ortleb.

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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" vom 08.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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