Ein leeres Bett in einer Intensivstation eines Krankenhauses (Foto: Jonas Güttler/dpa)

"Wir brauchen mehr Personal an den Betten"

Interview: Thomas Jakobs, Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft

Interview: Janek Böffel   02.11.2020 | 16:20 Uhr

Nun ist sie da, die zweite Corona-Welle und der bange Blick geht auch Richtung Krankenhäuser. Wie die aktuelle Lage an den Kliniken ist, mit was man rechnen muss und was seitens der Politik getan werden könnte, dazu im SR-Interview: Thomas Jakobs, der Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft.

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Krankenhausgesellschaft: "Wir brauchen mehr Personal für die Versorgung der Corona-Patienten"
Audio [SR 3, Interview: Janek Böffel, 02.11.2020, Länge: 04:07 Min.]
Krankenhausgesellschaft: "Wir brauchen mehr Personal für die Versorgung der Corona-Patienten"
Nun ist sie da, die zweite Corona-Welle und der bange Blick geht auch Richtung Krankenhäuser. Wie die aktuelle Lage an den Kliniken ist, mit was man rechnen muss und was seitens der Politik getan werden könnte, dazu im SR-Interview: Thomas Jakobs, der Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft.

Überlastung ab Ende November befürchtet

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Der Schutz der älteren Bevölkerung vor einer Corona-Ansteckung gelingt im Saarland offenbar zunehmend schlechter. In der vergangenen Woche ist der Anteil der Über-60-Jährigen, die positiv getestet wurden, noch einmal deutlich gestiegen.

Da die Menschen, die sich heute mit Corona infizierten, in zehn bis 14 Tagen möglicherweise ins Krankenhaus kommen müssten, müsse man ab Mitte November mit einer sehr starken Auslastung der Intensiv-Kapazitäten in den Krankenhäusern rechnen, sagt Thomas Jakobs, der Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft.

"Für Ende November sehen wir eine stark überlastete Situation in den Krankenhäusern auf uns zukommen", so Jakobs. Das liege auch daran, dass die Zahl der Menschen über 60, die sich infizierten, immer mehr ansteige. Diese Gruppe sei stärker durch Vorerkrankungen belastet, was einen schweren Krankheitsverlauf begünstige.

Krankenhäuser befürchten für Ende November Überbelastung (02.11.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 02.11.2020, Länge: 03:06 Min.]
Krankenhäuser befürchten für Ende November Überbelastung (02.11.2020)

"Wir brauchen mehr Personal an den Betten"

Um die Situation in den Krankenhäusern beherrschen zu können, sei mehr "Personal an den Betten" notwendig, sagt Jakobs. Normalerweise betreue eine Pflegekraft zwei Patienten auf der Intensivstation, für die Betreuung eines Covid-19-Patienten, der auf der Intensivstation beatmet werde, benötige man fünf Pflegekräfte, so Jakobs. Zusätzlich werde das Personal auf den Intensivstationen durch die umfangreiche Dokumentationspflicht belastet.

Es sei nun notwendig, dass es beim Einsatz des Personals mehr Bewegungsspielraum gebe, sagt Jakobs. Dass das Gesundheitsministerium es nun - wie schon im Frühjahr - ermögliche, auch Pflegeschüler mit entsprechenden Ausbildungsstand auf den normalen Stationen als Verstärkung einzusetzen, verschaffe etwas Entlastung.


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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 02.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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