Überherrn: Ermittlungen wegen Brandstiftung (Foto: SR)

"In aller Regel wird das Feuer gelegt"

Interview: Nadine Thielen   02.08.2019 | 16:45 Uhr

Tholey, Gresaubach, Auersmacher, Überrherrn und nun auch in Leidingen - Orte, an denen in den letzten Wochen Heu- und Strohballen gebrannt haben. Der Sachschaden ist zum Teil erheblich. In Leidingen beispielsweise liegt er bei rund 20.000 Euro. Sind die vielen Brände Zufall oder steckt mehr dahinter? Dazu im SR-Interview: Polizeisprecher Georg Himbert.

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Interview: "Die desöfteren behauptete Selbstentzündung - das kommt sehr, sehr selten vor"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 02.08.2019, Länge: 02:12 Min.]
Interview: "Die desöfteren behauptete Selbstentzündung - das kommt sehr, sehr selten vor"

Seit Anfang des Jahres hat es im Saarland habe es bereits über 20 Fälle von Heu- und Strohbränden gegeben, sagt Georg Himbert, der Polizeisprecher des Saarlandes. Der aktuellste Brand fand in der Nacht zum 02. August in Wallerfanger Ortsteil Leidingen statt, wo 650 Strohballen komplett verbrannten.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Bränden um Brandstifung handelt. "Die desöfteren behauptete Selbstentzündung - das kommt sehr, sehr selten vor. In aller Regel wird das Feuer gelegt", sagt Polizeisprecher Georg Himbert.

Die Brände hätten aber über das gesamte Land verteilt stattgefunden. "Wir gehen nicht von irgendwelchen Tatzusammenhängen aus, also dass es immer die selben Täter sind", sagt Himbert. Die Zentralstelle, die für Brandermittlung zuständig sei, beobachte die Sache sehr genau. Sobald sich irgendeine Serie andeute, werde die Zentralstelle sofort tätig.

Prinzipiell sei es aber auch wichtig, dass man die Polizei informiere, wenn man etwas Verächtiges beobachtet habe, denn einen Brand zu verhindern sei allemal besser als ihn dann löschen zu müssen.


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