Symbolbild: Mensa Uni Saar (Foto: SR / Felix Schneider)

Finanzielle Belastung für Studierende steigt

Interview mit Heike Savelkouls-Diener, Studierendenwerk Saarland

Interview: Simin Sadeghi     23.08.2022 | 11:54 Uhr

Die Bundesregierung diskutiert über ein drittes Entlastungspaket. Damit sollen auch Studierende Geld erhalten, die bisher häufig vergessen wurden. Diese leben meist an oder unter der Armutsgrenze. Die gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten betreffen viele von ihnen. Dazu Heike Savelkouls-Diener vom Studierendenwerk im Interview.

Die Diskussionen über ein drittes Entlastungspaket laufen. Die Bundesregierung will damit die entlasten, die nicht oder nicht viel arbeiten können, dazu zählen neben Rentnern besonders Studierende. Letztere belasten die steigenden Energie- und Lebenserhaltungskosten sehr und auch der teure saarländische Wohnraum ist für Studierende ein Problem.

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Studierendenwerk: "Das BAföG muss nachgebessert werden"
Audio [SR 3, Heike Savelkouls im Interview mit Simin Sadeghi, 23.08.2022, Länge: 02:51 Min.]
Studierendenwerk: "Das BAföG muss nachgebessert werden"

Finanzielle Belastung der Studierenden

Die finanzielle Mehrbelastung beschäftige viele Studierende, sagt Heike Savelkouls-Diener vom Studierendenwerk im Saarland. Der BAföG-Satz, der Studierende eigentlich entlasten soll, steige nicht in entsprechendem Maß.

Zwar wurde das BAföG zuletzt um 5,7 Prozent angeboten, allerdings müsse auch die steigende Inflation berücksichtigt werden, so Savelkouls-Diener.

Günstiger Wohnraum ist ein knappes Gut

Steigende Mieten und die hohen Energiekosten machen Wohnen für Studierende immer teurer. Das Studierendenwerk versucht, dem entgegen zu wirken und stellt mit 1030 Wohneinheiten günstigen Wohnraum für Studierende zur Verfügung. Deren Durchschnittsmiete liegt bei rund 300 Euro. Damit liegen die Mietpreise noch leicht unter den 325 Euro, die der BAföG-Satz für die Warmmiete vorsieht.

Die bereitgestellten Wohnungen würden jedoch nicht den eigentlichen Bedarf abdecken. Daher muss im Saarland mehr günstiger Wohnraum gebaut werden, fordert Savelkouls-Diener. Aktuell liegt das Saarland mit einer Quote von 6,7 Prozent im unteren Drittel des Bundesvergleichs.

Forderungen des Studierendenwerks

In erster Linie müsse das BAföG nachgebessert werden, fordert Savelkouls-Diener. Hinzu komme, dass wenige Studierende einen BAföG-Antrag stellten. Der hohe Aufwand der Antragsstellung schrecke viele ab, so das Studierendenwerk. Dabei wäre es wichtig, dass mehr Studentinnen und Studenten die Unterstützung des Staates erhielten.

Für diejenigen, die kein BAföG erhielten, werde es in den kommenden Jahren schwerer werden, schätzt Savelkouls-Diener. Daher arbeitet das Deutsche Studentenwerk daran, das auch Studierende die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro erhalten sollen.

Ein Thema in der Sendung "Region an Mittag" am 23.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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