Das Logo der KfW an der Zentrale der KfW Bankengruppe. (Foto: dpa)

"Das Problem ist die Kurzfristigkeit"

Interview: Simin Sadeghi   01.08.2022 | 16:30 Uhr

Als Gebäudeenergieberater sei man derzeit nur noch am "Brände löschen", sagt Anja Diehl vom Verein Gebäudeenergieberater Saarland e.V. Die kurzfristigen Änderungen bei der Förderung bringe für viele Bauherrn Probleme. Das ursprünglich maßgeschneiderte Konzept aus energetischem Sanierungsziel, Planung und Finanzen funktioniere plötzlich nicht mehr.

Wieder einmal hat die Bundesregierung die Förderung für energetische Maßnahmen an Gebäuden geändert und wieder einmal sehr kurzfristig. Das sorgt für Unmut.

Audio

Gebäudeenergieberater: "Der Gesetzgeber muss für eine bessere Planbarkeit sorgen"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 01.08.2022, Länge: 03:31 Min.]
Gebäudeenergieberater: "Der Gesetzgeber muss für eine bessere Planbarkeit sorgen"
Als Gebäudeenergieberater sei man derzeit nur noch am "Brände löschen", sagt Anja Diehl vom Verein Gebäudeenergieberater Saarland e.V. Die kurzfristigen Änderungen bei der Förderung bringe für viele Bauherrn Probleme. Das ursprünglich maßgeschneiderte Konzept aus energetischem Sanierungsziel, Planung und Finanzen funktioniere plötzlich nicht mehr.

Die Fördersätze wurden gesenkt mit der Begründung, dass so mehr Menschen eine Förderung für die energetische Sanierung erhalten können. Das sei im Grunde kein schlechter Ansatz, sagt Anja Diehl, die stellvertretende Vorsitzende der Gebäudeenergieberater Saarland e.V. Das Problem sei, dass die Förderrichtlinien so kurzfristig geändert worden seien. Und diejenigen, die schon länger eine energetische Sanierung planen, würden jetzt quasi abgestraft.

Schnell Umplanung oft nicht möglich

Bauvorhaben würden in der Regel längerfristig geplant und eine kurzfristige Änderung bedeute, dass umgeplant werden müsse - auch im Hinblick auf die Finanzierung. "Das ist oft in der Kürze der Zeit überhaupt nicht zu machen", so Anja Diehl.

Vorhaben mitunter nicht mehr finanzierbar

Bauherrn hätten zurzeit sowieso mit steigenden Baupreisen und steigenden Zinsen zu kämpfen und jetzt gebe es auch noch eine geänderte Förderung. Bauprojekte, die vor einem oder zwei Jahren geplant wurden, seien jetzt mitunter gar nicht mehr finanzierbar.

Für manchen Bauherrn stelle sich jetzt auch die Frage, ob die ursprünglich geplanten energetischen Maßnahmen überhaupt finanziell realisierbar seien.

Die Forderung: eine bessere Planbarkeit

Gebäudeenergieberaterin Diehl fordert, dass der Gesetzgeber in Zukunft für eine bessere Planbarkeit sorgt. "Und dass der Gesetzgeber unsere Stimme hört, um solche Missstände zu vermeiden."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 01.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja