Polizisten im Einsatz (Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa)

GdP will Stimmungsbild in der saarländischen Polizei ermitteln

Dorothee Scharner   17.01.2020 | 12:30 Uhr

Es gibt zu wenige Polizisten im Saarland und die, die es gibt, sind am Limit – das sagt die Gewerkschaft der Polizei (GdP ) im Saarland. Nun hat die Gewerkschaft unter ihren Mitgliedern dazu eine Befragung gestartet: Tacheles 2020. Im SR-Interview erläutert David Maaß von GdP, worum es der Gewerkschaft konkret geht.

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David Maaß (GdP): "Wir sind nicht mehr konkurrenzfähig"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner / David Maaß, 17.01.2020, Länge: 02:58 Min.]
David Maaß (GdP): "Wir sind nicht mehr konkurrenzfähig"

Die Gewerkschaft der Polizei im Saarland will es wissen: Wie geht es den Polizistinnen und Polizisten im Land? "Was haben die Jahre der Schuldenbremse, die Jahre des Personalabbaus, die Jahre der schlechten Alimentation, des niedrigen Zulagewesens - was haben die in den Köpfen der Kolleginnen und Kollegen angerichtet?" So fasst es David Maaß, der Vorsitzende der GdP im Saarland, die grundlegende Ausrichtung der Befragung zusammen.

Die Personalsituation

1990 habe die Zahl der aktiven Polizisten im Saarland bei rund 3400 gelegen, im Sommer 2020 "werden wir auf 2344 landen", sagt der GdP-Mann. Die von Innenminister Bouillon zusätzlich freigesetzten 100 Stellen seien zwar sehr begrüßenswert, aber keine Trendwende. Sie seien eher der Ausgleich der Minus-Kalkulation. "Wir unterschreiten das eigentliche Abbauziel um 156." Hinzu komme, dass die 100 neuen Polizisten erst in einigen Jahren mit ihrer Ausbildung fertig seien.

Wichtiger Dreh und Angelpunkt: die Besoldung

Neben der Personalsituation ist auch der Aspekt der Besoldung für die GdP von großer Bedeutug. Wenn durch personelle Engpässe die Polizisten und Polizistinnen zu 140 Prozent arbeiten müssten, "dann muss es zumindest im Geldbeutel stimmen", sagt Maaß.

Hinzu komme, dass die Bezahlung bei der saarländischen Polizei unter dem Niveau anderer Bundesländer und der Bundespolizei liege. In dieser Hinsicht sei man nicht mehr konkurrenzfähig." Mir persönlich sind viele Kolleginnen und Kollegen bekannt, die sich in die freie Wirtschaft wegbewegen möchten, zur Bundespolizei oder zu anderen Länderpolizeien", sagt Maaß. Und das verschärft wiederum die Personalsituation.

Ein Thema in der "Region am Mittag"am 17.01.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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