Fehler können korrigiert werden (Foto: pixabay / stevepb)

"EOS will Fehlern den Schrecken nehmen"

Interview: Michael Friemel / Lara Flemming / Online-Fassung: Lisa Huth   26.09.2018 | 07:31 Uhr

In der Causa Maaßen hat Bundeskanzlerin Merkel einen Fehler eingestanden. Für die einen ist das eine Schwäche. Für CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer ist das Eingeständnis ein Zeichen von Stärke. SR 3 hat bereits über das Hamburger Unternehmen EOS berichtet. Der Finanzdienstleister motiviert seine Mitarbeiter dazu, Fehler zuzugeben. SR 3-Moderator Michael Friemel hat Lara Flemming von EOS gefragt, was sich das Unternehmen davon erhofft.

Lara Flemming sagte, sie wollten von einer Fehlerkultur zu einer Lernkultur kommen. Das sei nur möglich, indem den Fehlern der Schrecken genommen werde. Darum zeichne das Unternehmen den Mut desjenigen aus, der den Fehler gemacht habe und ihn zugebe. Natürlich sage er auch, was er davon gelernt habe, so dass alle was davon haben.

Audio

Wenn mal was kaputt oder daneben geht, ist es oft schwer, einen Fehler einzugestehen (Foto: Isabel Heine, aus der HBK-Ausstellung: "kaputt")
Audio [SR 3, Michael Friemel im Gespräch mit Lara Flemming, 26.09.2018, Länge: 02:30 Min.]
Wenn mal was kaputt oder daneben geht, ist es oft schwer, einen Fehler einzugestehen (Foto: Isabel Heine, aus der HBK-Ausstellung: "kaputt")

Der erste, der bei diesem neuen Konzept den Mut aufgebracht hatte, war ein Azubi gewesen. Er habe bei EOS eine wahre Erfolgsgeschichte hingelegt. Er hatte einen einfachen Verbuchungsfehler gemacht. Zuerst wollte er ihn vertuschen. Es sei aber rausgekommen. Daraus hat er einen Bericht gemacht und der Unternehmensführung geschickt. Es war nämlich gar nichts passiert: Es wurde über den Fehler geredet, er wurde korrigiert und gut war's.

Darum ruft das Unternehmen jetzt sogar den "Fehler des Quartals" aus. Dadurch verlieren die Mitarbeiter die Angst vor Fehlern, vor Karriereknicks und Blamage.

Niederlagen bewältigen
oder besser: Erfolgreich scheitern

Offenbar ist diese Woche eine der Eingeständnisse: die katholische Kirche gesteht ein, bei den Tausenden von Fällen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche Fehler gemacht zu haben. Kanzerlin Merkel gibt Fehler zu - SR 3 hat das zum Anlass genommen, mit dem Fehlerforscher" Michael Frese von der Leuphana Universität Lüneburg darüber zu sprechen, ob es eine Schwäche oder eine Stärke ist, Fehler zu "beichten". Frese wirbt für einen anderen Umgang mit Niederlagen.

Aus Niederlagen lernen (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Michael Friemel / Michael Frese , 26.09.2018, Länge: 02:50 Min.]
Aus Niederlagen lernen (Foto: dpa)

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 26.09.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen