Kokain (Foto: pixabay)

"Das Saarland ist ein Hotspot beim Amphetaminkonsum"

Interview: Ulf Vollmar, Leiter Rauschgiftdezernat, Landespolizeipräsidium

Interview: Gerd Heger   26.11.2020 | 16:45 Uhr

Am 26. November wurde der Drogen- und Suchtbericht 2020 vorgestellt. Er besagt: Neben Alkohol und Cannabis sei auch Kokain "in der Mitte der Gesellschaft angekommen". Doch ist das im Saarland auch so? Dazu im SR-Interview: Ulf Vollmar, der Leiter des Rauschgiftdezernats im Landespolizeipräsidium.

Am 23. November war es Spezialkräften der saarländischen Polizei gelungen, in Wadgassen und Großrosseln zwei Männer festzunehmen, die im Verdacht stehen, die Chefs einer international agierenden Drogenhändler-Bande zu sein. Ihnen werden der Handel mit Kokain und Marihuana sowie mehrere Verstöße gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz angelastet.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Bande hatten der Frankfurter Zoll und die saarländische Polizei bereits im Juni und im August insgesamt vier Kilogramm Kokain sichergestellt. Marktwert durch Straßenverkaufswert: mindestens 480.000 Euro.

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Rauschgiftdezernat: "Das Saarland hat bei Drogen einen andere Problematik"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 26.11.2020, Länge: 04:12 Min.]
Rauschgiftdezernat: "Das Saarland hat bei Drogen einen andere Problematik"
SR-Interview mit Ulf Vollmar, dem Leiter der Rauschgiftdezernats im Landespolizeipräsidium.

Der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung bestätigt nun: Die Droge Kokain ist inzwischen in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Aber ist das auch im Saarland so?

Großes Amphetamin-Problem im Saarland

Auch hier habe man in den letzten Jahren verstärkt mit dem Kokain-Problem zu tun, sagt Ulf Vollmar, der Leiter des Rauschgiftdezernats im Landespolizeipräsidium. Es sei aber nicht das Hauptproblem im Saarland. Cannabis-Produkte und vor allem Amphetamine spielten im Saarland eine weitaus größere Rolle.

Bei den Amphetaminen gebe es "seit vielen Jahren steigende Sicherstellungszahlen", sagt Vollmar. Das weise auch auf eine entsprechend hohe Zahl von Konsumenten hin und "der Konsum von illegalen Drogen gehört heute für eine Vielzahl von Menschen zum Alltag", so der Leiter des Rauschgiftdezernats. Hier habe man ein großes Problem im Saarland.

Die Drogen kämen zum einen aus dem Ausland hierher. Aber zugleich würden im Saarland auch immer mehr Amphetamine hergestellt. "Vorprodukte wie Amphetamin-Öl werden aus dem Ausland importiert – teilweise über den Landweg, teilweise über den Post- und Paketdienste – und werden hier in Hinterhofwerkstätten, Scheunen, Kellern, Garagen synthetisiert, verpackt und anschließend vermarktet."


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Jährlich sterben 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das geht aus dem Jahresbericht der Drogenbeauftragten Ludwig hervor. Neben Alkohol und Cannabis ist zudem auch Kokain "in der Mitte der Gesellschaft angekommen".

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 26.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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