Kardiologie (Foto: pixabay (CC0))

Herzwoche 2020: Das schwache Herz

Interview: Christian Job   09.11.2020 | 11:50 Uhr

Jedes Jahr im November sind Herzwochen. Dieses Jahr unter der Überschrift: "Das schwache Herz". Im SR-Interview erläutert Dr. Florian Custodis, Chefarzt für Kardiologie am Winterberg-Krankenhaus in Saarbrücken, was man unter einem schwachen Herz versteht, wie die Symptome sind, was die Ursachen sind, was man tun kann und warum Betroffene sich auch in diesen Corona-Zeiten auf jeden Fall in ärztliche Behandlung begeben sollten.

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Herz-Spezialist Custodis: "Hauptsymptome sind Atemnot und eine Abnahme der Leistungsfähigkeit"
Audio [SR 3, Interview: Christian Job, 09.11.2020, Länge: 05:16 Min.]
Herz-Spezialist Custodis: "Hauptsymptome sind Atemnot und eine Abnahme der Leistungsfähigkeit"
Interview mit Dr. Florian Custodis, Chefarzt für Kardiologie am Winterberg- Krankenhaus in Saarbrücken, zum Thema "Herzschwäche".

Was ist eine Herzschwäche?

"Bei der Herzschwäche fehlt dem Herzen die Kraft, ausreichend Blut in den Kreislauf und zu den Organen zu pumpen", sagt Dr. Florian Custodis, Chefarzt für Kardiologie am Saarbrücker Winterberg-Klinikum. Das Herz sei einfach nicht mehr in der Lage, die Anforderungen des Körpers zu erfüllen, die sich vor allem bei Anstrengung ergebe.

Was sind Symptome für eine Herzschwäche?

Hauptsymptome einer Herzschwäche seien Atemnot und eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, so der Kardiologe. Der Beginn sei oft schleichend. Beim Treppensteigen gehe einem die Puste aus, man fühlt sich müde und abgeschlagen. Auch ein Anschwellen der Unterschenkel und Fußgelenke durch die Einlagerung von Wasser sei ein Indiz. Wenn solche Symptome auftreten und auch nach einer angemessenen Ruhephase nicht verschwinden, sollte man den Hausarzt aufsuchen, so der Rat von Dr. Custodis.

Wie kommt es zu einer Herzsschwäche?

Mit einer Herzschwäche werde man nicht geboren, sondern man erkranke daran im Laufe seines Lebens, so der Herzspezialist. Hauptursache sei die koronare Herzerkrankung. "Das ist eine Durchblutungsstörung aufgrund von verengter Herzkranzgefäße." Weitere Ursache könne ein nicht behandelter Bluthochdruck sein. Auch Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte könnten eine Rolle spielen. Auch eine Erkrankung der Herzklappen oder eine Entzündung des Herzmuskels seien eine mögliche Ursache für die Herzschwäche.

Was kann man bei Herzschwäche tun?

Richtig behandeln könne man eine Herzschwäche nur mit einer entsprechenden medikamentösen Therapie. Körperliches Training könne die Therapie aber unterstützen.

Wenn die Ursache für die Herzschwäche klar und in Behandlung sei und der Zustand der Erkrankung stabil, dann empfehle sich für Patienten ein Ausdauertraining oder ein leichtes Krafttraining. Das Training sollte allerdings unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – zum Beispiel in einer der zahlreichen saarländischen Herzsportgruppen, sagt Custodis.

Und natürlich könne auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung dazu beitragen, die Gesundheit des Herzens zu erhalten. Dies gelte vor allem auch mit Blick auf Bluthochdruck und Diabetes.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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