Caritas Logo (Foto: dpa/Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres)

"Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Patienten"

  20.08.2021 | 16:30 Uhr

Seit 20 Jahren engagiert sich die Caritas Luxemburg bei der Tuberkulose-Bekämpfung in Afghanistan. Auch jetzt will sie die Arbeit vor Ort nicht aufgeben.

Die schlechten Nachrichten aus Afghanistan reißen nicht ab. Am Flughafen in Kabul herrschen immer noch chaotische Zustände. Während die westlichen Länder versuchen, so viele Menschen wie möglich außer Landes zu bringen, sagt die Caritas Luxemburg: "Wir überlassen das Volk nicht den Taliban." Sie will auch weiterhin ihre seit 20 Jahren praktizierte medizinische Tuberkulose-Behandlung vor Ort aufrecht erhalten.

Caritas Luxemburg: "Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Patienten"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 20.08.2021, Länge: 06:40 Min.]
Caritas Luxemburg: "Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Patienten"
SR-Interview mit Michael Feit, Abteilungsleiter für internationale Zusammenarbeit bei der Caritas in Luxemburg.

Michael Feit ist Abteilungsleiter für internationale Zusammenarbeit bei der Caritas in Luxemburg. Und er ist optimistisch, dass die Taliban die medizinische Arbeit der Caritas auch weiterhin zulassen wird. Es sei klar, dass in der aktuellen Situation die Mitarbeiter in großer Gefahr seien, "aber wir zwingen ja niemanden, weiter zu arbeiten", sagt er. Und es gebe nun mal auch eine Verantwortung gegenüber den Patienten.

Ein Behandlungsabruch wäre eine Katastrophe

Tuberkulose sein eine sehr ansteckende Krankheit, die vor allem für geschwächte Menschen gefährlich sei. Die Behandlung dauere in der Regel drei Monate und könne nicht einfach abgebrochen werden, weil sich dadurch Resistenzen bilden könnten. Das wäre für die Patienten eine Katastrophe, sagt er. Tuberkulose sei im Grunde eine Krankheit der Armen. Deshalb sei das Haupteinsatzgebiet auch im Osten von Kabul, eine arme Gegend.


Aktuelle Situation in Afghanistan


tagesschau.de
Liveblog zur aktuellen Lage in Afghanistan
Nach NATO-Angaben sind bislang mehr als 18.000 Menschen vom Flughafen in Kabul ausgeflogen worden. Deutschland sagt 100 Millionen Euro Soforthilfe für afghanische Flüchtlinge zu. Alle Entwicklungen im Liveblog.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 20.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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