Altenpflege (Foto: Pixabay/maxlkt)

Probleme beim Impfen von Pflegebedürftigen zu Hause

Lisa Krauser / Onlinefassung: Jessica Sproß   06.01.2021 | 14:00 Uhr

Im Saarland haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Menschen über 80 zählen zu der Gruppe, die mit höchster Priorität Anspruch auf eine Corona-Impfung haben. Probleme gibt es aber nicht nur wegen der ungenügenden Impfdosen, denn was die Politik gerade auch nicht so wirklich auf dem Schirm zu haben scheint sind etwa Hochbetagte, die zu Hause gepflegt werden.

Wie sollen Über-80-Jährige außerhalb von Pflegeheimen geimpft werden?
Audio [SR 3, Lisa Krauser , 06.01.2021, Länge: 03:08 Min.]
Wie sollen Über-80-Jährige außerhalb von Pflegeheimen geimpft werden?

Während mobile Impfteams in Senioren- und Pflegeheimen unterwegs sind, um die Bewohner dort zu impfen, können sich auch Mitarbeitende von Seniorenheimen impfen lassen, ebenso wie das Personal in Krankenhäusern, das durch Vorerkrankungen besonders gefährdet ist. Zur Gruppe derjenigen, die zuerst vor Corona geschützt werden soll, gehören aber auch alle Menschen über 80 Jahren, die nicht in einem Heim, sondern in der eigenen Wohnung oder bei ihrer Familie leben.

So auch bei Peter Hoffmann. Er hilft seiner 88-jährigen Mutter, die rund um die Uhr auf die Unterstützung ihres Sohnes angewiesen ist. Sie hat mehrere körperliche Behinderungen, sitzt entweder im Rollstuhl oder liegt im Bett. Um seine Mutter zu schützen, will Peter Hoffmann sie so schnell wie möglich gegen Corona impfen lassen. Deshalb setzt sich Peter Hoffmann Ende Dezember sofort ans Telefon und ruft bei der Impf-Hotline an. Er geht davon aus, dass man ihm dort sagen wird, wann ein mobiles Impf-Team vorbeikommt um seine Mutter zu Hause zu impfen. So wie das auch in den Altersheimen passiert. Aber die Mitarbeiterin an der Impf-Hotline muss ihn enttäuschen: Dass ältere Menschen daheim geimpft werden, sei erstmal nicht vorgesehen.

Mit dem Krankentransport ins Impf-Zentrum?

Daraufhin hatte er zunächst mal gefragt, ob sich da möglicherweise was ändern würde, also ob man mit Zuwarten was erreichen könnte. Das wurde verneint und er wurde an die Krankenkasse verwiesen. Er solle sich dort kundig machen, ob die über einen Transportschein einen Krankentransport ins Impf-Zentrum organisieren könnten.

Nach einigem hin und her mit der Krankenkasse heißt es: Man könne einen Transport wahrscheinlich bezahlen. Auch das Deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen bieten mittlerweile Transporte an. Allerdings ist Peter Hoffmann unsicher, ob er das seiner Mutter zumuten kann.

Eine schwierige Abwägung: Entweder geht man das Risiko des Transports ein oder setzt seinen pflegebedürftigen Angehörigen weiter auf unbestimmte Zeit dem Risiko einer Corona-Infektion aus.

Hausimpfungen eventuell ab Sommer

Eine Impfung zu Hause werde leider erst dann möglich sein, wenn in Deutschland ein Impfstoff zugelassen wird, der transportfähiger ist, so Gesundheits-Staatssekretär Kolling. Impfungen daheim seien mit dem jetzigen Impfstoff von Biontec nicht durchführbar. Der müsse bei minus 75 Grad gelagert werden und könne – einmal aufgetaut – bei Erschütterungen kaputt gehen. Der Impfstoff komme aber in Fläschen mit je sechs Portionen. Die restlichen fünf könnten also nicht weitertransportiert werden, wenn das Vakzin angebrochen sei. Man hoffe aber, dass bis Sommer ein robusterer Impfstoff zugelassen werde. Dann könnten Hausärztinnen und Hausärzte Impfungen zu Hause durchführen. Außerdem könnte ein Impfbus zum Einsatz kommen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.01.2021.

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