Normaler Verkehr auf einer Autobahn (Foto: picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt)

Allein in Deutschland fehlen zehntausende LKW-Fahrer

mit Informationen von Sarah Sassou   29.09.2021 | 07:40 Uhr

In Großbritannien ist es gerade zu beobachten: Regale sind leer, Benzin wird immer weniger, weil genau das alles normalerweise von zehntausenden Lkw-Fahrern durchs Land gefahren wird. Mit dem Brexit mussten aber genauso viele gehen, nämlich die osteuropäischen Lkw-Fahrer. Andere wollen es oft nicht machen, auch bei uns in Deutschland nicht. Weil die Bedingungen so schlecht sind.

Laut dem Landesverband für Verkehrsgewerbe fehlen bundesweit Nachrücker für die Lkws. Auf 30.000 Fahrer, die in den Ruhestand gehen, kommen nur 15.000 neue nach. Immerhin: Mehr Frauen machen den Job mittlerweile, aber das reicht nicht.

"Du wirst minutiös überwacht"
"Du wirst minutiös überwacht"
SR-Reporterin Sarah Sassou hat Sascha Major getroffen, der erzählt warum er den LKW-Job an den Nagel gehängt hat.

Dazu kommt, dass Lkw-Fahrer ein Ausbildungsberuf ist. Einfach Führerschein machen und in die Fahrerkabine steigen, geht kurzfristig auch nicht. Die Folge: Auch im Saarland müssen Transport- und Logistikunternehmen Aufträge ablehnen, sagt der Verband für Verkehrsgewerbe. Und das kann zu leeren Regalen oder - wie zurzeit in Großbritannien - zu Benzinmangel führen. Und Preise könnten steigen, denn der Mangel an Fahrern bedeutet, dass Preise für Transport steigen.

Fahrer berichten von großem Zeitdruck und körperlichem Stress. Dazu kommen minutiöse Kontrollen durch die Spedition und das Bundesamt für Güterverkehr.

Wieso den Job kaum mehr jemand machen will, erklärt SR-Reporterin Sarah Sassou im Gespräch mit SR-Moderatorin Nadine Thielen.

Der Beruf müsste wieder attraktiver werden, zum Beispiel indem die Fahrer mehr verdienen, mehr Zeit für ihre Routen bekommen oder indem an der Infrastruktur nachgebessert wird: Es gibt nicht genug Parkplätze, die Suche danach gestaltet sich oft schwierig, dadurch können Ruhezeiten nicht immer eingehalten werden.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 29.09.2021 berichtet.

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