Immer mehr Menschen ohne Wohnung

Immer mehr Menschen ohne Wohnung

Lisa Krauser   02.02.2021 | 12:30 Uhr

Die Corona-Krise und die wirtschaftlichen Folgen machen sich auch deutlich auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar. Das zeigt sich unter anderem in Völklingen. Dort ist die Zahl der Wohnungslosen in den letzten Monaten gestiegen. Und bezahlbare Wohnungen und Unterkünfte für sie zu finden, ist schwierig.

Die Pfarrerswohnung der evangelischen Kirchengemeinde Völklingen: Da der neue Pfarrer nicht hier eingezogen ist, kann dort vorübergehend ein Mann unterkommen, der gerade seine Wohnung verloren hat. Sabrina Sofka-Hell von der Diakonie Völklingen betreut den Mann und ist froh, dass in diesem Fall diese Not-Lösung gefunden wurde.

Seit zehn Jahren kümmert sich die Sozialarbeitern bei der Diakonie um Menschen in Völklingen, die keine Wohnung haben. Im Zuge der Corona-Krise seien es mehr geworden, sagt sie. Viele hätten im Frühjahr beim ersten Lockdown ihre Arbeit verloren und dann eine Weile von ihrem Ersparten gelebt. Doch irgendwann habe das Geld nicht mehr gereicht und dann sei die Wohnung verloren gegangen.

Fast 40 Wohnungslose allein in Völklingen

Menschen, die keine Wohnung haben, können sich bei der Diakonie eine Postadresse einrichten lassen - damit sie Briefe, etwa von Ämtern oder Sozialleistungsträgern, erhalten können. Dadurch weiß die Diakonie aktuell von 39 Menschen in Völklingen, die wohnungslos sind. Sofka-Hell schätzt, dass etwa ein Drittel von ihnen obdachlos ist, also auf der Straße lebt. Der Rest schlägt sich anders durch, schlafen bei Freunden oder Kollegen. So zum Beispiel ein junger Mann, der nun ganz dringend eine Wohnung sucht.

Kaum bezahlbare Wohnungen

Nach Einschätzung der Diakonie gibt es in Völklingen aber so gut wie keine Wohnung für ihn. Es gebe zwar Wohnungen, aber zu wenige, die für Sozialleistungsbezieher bezahlbar seien, sagt Sofka-Hell. Man arbeite zwar gut mit der Städischen Wohnungsgesellschaft GSW zusammen - aber auch deren Kapazitäten seien erschöpft.

Forderung nach einer weiteren Notunterkunft

Was ebenfalls in der Stadt fehle sei eine gute Notunterkunft für den Übergang, sagt die Sozialarbeiterin. Es gebe zwar eine in Wehrden, die Kapazitäten dort seien aber nicht ausreichend. Außerdem gebe es dort keine integrierte Sozialarbeit. Bürgermeister Christof Sellen zeigt sich offen für das Problem. Allein werde die Stadt es aber finanziell nicht schaffen, sagt er. Vielleicht gebe es aber die Möglichkeit, zusammen mit dem Regionalverband und mit cariativen Einrichtungen eine Lösung zu finden. Die Unterstützung der Stadt, das Ganze voran zu treiben, sei auf jeden Fall da, sagt Sellen.

Sabrina Sofka-Hell hofft, dass jetzt etwas in Rollen kommt. Diese Woche ist sie auf jeden Fall schon mal mit ihrer Fachbereichsleitung im Rathaus eingeladen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 02.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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