Der Bostalsee ist ein beliebtes Reiseziel der Saarländer, um sich abzukühlen. (Foto: Imago/Becker&Bredel)

Tourismus im Saarland wieder im Aufwind

Stephan Deppen   08.07.2022 | 12:45 Uhr

Die Zahl der touristischen Übernachtungen im Saarland ist noch nicht auf dem Stand wie vor Corona. Das meldet die Tourismuszentrale im Saarland auf SR-Anfrage. Demnach hat das Statistische Amt von Januar bis April etwas mehr als 750.000 Übernachtungen gezählt - rund 17 Prozent weniger als 2019.

Den bisherigen Übernachtungsrekord für die saarländische Tourismuswirtschaft verzeichnet das Jahr 2019 mit 3,2 Millionen Übernachtungen. Das für die nächsten drei Jahre gesetzte Ziel liegt bei der 3,5 Millionen-Marke. Dieses Ziel bestand schon vor der Pandemie. Dann kam Corona mit seinen Einschränkungen.

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Tourismus im Saarland "Grenzenlos wandern, Rad fahren, genießen und Natur"
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 08.07.2022, Länge: 03:10 Min.]
Tourismus im Saarland "Grenzenlos wandern, Rad fahren, genießen und Natur"

Tourismusentwicklung im Saarland

Mit der Tourismusentwicklung in diesem Jahr ist Birgit Grauvogel, die Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Saarland, bisher zufrieden. Da das Saarland mit seinen Aktivitäten sehr outdoor-lastig sei, sei sie optimistisch im Hinblick auf die Tourismuszahlen in diesem Jahr. Als besonderen Vorteil sehe sie, dass die Zahlen sich schon fast den Zahlen von 2019 annäherten.

Im Vergleich mit den anderen Flächenländern liegen die Übernachtungszahlen im Saarland derzeit um knapp 18 Prozent unter dem Stand von 2019 - und knapp 25 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Urlaubsziel Saarland

Die seit Jahren verbesserten Angebote aus bekannten Urlaubsthemen sprechen gerade jetzt viele Menschen an, die Massentourismus nicht wollen oder einfach Entspannung dem Chaos an den Flughäfen vorziehen.

"Grenzenlos Rad fahren, wandern, genießen und Kultur" sind die Beispiele, die Birgit Grauvogel anbringt. Und genau das sind auch die Gründe, weshalb Gäste, die während der Pandemie erstmals im Saarland waren, auch wiederkommen.

Hinzu kommt, dass sich auch einige Hotels während der Pandemie neu positioniert hätten, so Grauvogel. Es ginge dabei darum, auch neue Gäste anzusprechen.

Probleme der Hotel- und Gastrobranche

Diese Entwicklung wird auch von Frank Hohrath, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Saarlandes (DEHOGA) bestätigt. Die Branche kämpft jedoch mit einem anderen Problem: Personalmangel.

Arbeitskräfte fehlen in Hotellerie und Gastronomie, während die Zahl der Gäste im Saarland wieder ansteigt. Die Folge davon sind Einschränkungen im Angebot. Im Sommer würden die Öffnungszeiten eingeschränkt und vielleicht würde auch der in der Coronazeit eingeführte zusätzliche Ruhetag beibehalten, so Hohrath.

Lösungsansatz

Die kurzfristige Anwerbung ausländischer Hilfskräfte, die der Bund für die Flugbranche ermöglicht hat, sollte auch für die Gastronomie gelten, sagen Birgit Grauvogel und Frank Hohrath. Es gebe ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Menschen mit Deutschkenntnissen - auch außerhalb Europas - die helfen könnten.

Tagungs- und Geschäftskunden im Blick

In der Landeshauptstadt sind in den letzten Jahren mehrere Hotels neu eröffnet worden. Und sie wetteifern alle um Geschäfts-, Tagungs- und Messegäste - auch wenn Geschäftsreisen aktuell nur eingeschränkt stattfinden.

Aber ein Überangebot an Betten vermutet Frank Hohrath nicht. "Der Kuchen muss größer werden, damit alle satt werden. Und daran gilt es jetzt weiter zu arbeiten." Das bedeutet also, dass es mit dem Messe- und Kongresszentrum und neuen Veranstaltungen schnell voran gehen sollte.


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Ein Thema aus der "Region am Mittag" am 08.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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