Baustelle des STEKO-Holzhauses in Bexbach (Foto: Friedrich Leist, Bauleiter)

Ein Wohnhaus nach dem LEGO-Prinzip

Renate Wanninger   23.03.2018 | 10:30 Uhr

Haben Sie früher auch gerne mit LEGO-Steinen Häuser gebaut? Einfach Wände aufeinander stecken, Türen und Fenster einsetzen, Dach drauf und schon war das Haus fertig. Heute ist das sogar in Echt möglich. Die LEGO-Steine heißen dann etwas anders – nämlich STEKO und sie sind aus Holz. In Bexbach entsteht gerade das erste STEKO-Haus im Saarland.

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Ein richtiges Holzhaus nach dem LEGO-Prinzip
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 23.03.2018, Länge: 01:18 Min.]
Ein richtiges Holzhaus nach dem LEGO-Prinzip
In Bexbach wird derzeit ein ganz besonderes Holzhaus gebaut - ein STEKO-Haus. Es besteht aus einzelnen Bausteinen, die ineinander gesteckt und dann verschraubt werden. So entsteht ganz einfach und schnell ein komplettes Haus innerhalb weniger Tage. SR 3-Reporterin Renate Wanninger war sich die erste STEKO-Haus-Baustelle mal angesehen.

Das Prinzip

Das Prinzip ist ganz einfach. Die Steine sind aus nordischer Fichte, sind nicht nur innen hohl, sondern auch mit mehreren Dübel versehen, außen eingefräst, so dass man die Teile ineinander stecken kann. Ebenso wie bei den LEGO-Steinen aus Plastik gibt es Teile in verschiedenen Größen, so dass man flexibel arbeiten kann.

Friedrich Leist hat in Bexbach die Bauleitung des ersten saarländischen STEKO-Hauses. Und er ist Fan dieser Haus-Bauart. Denn sie ist nachhaltig, einfach, flexibel zu gestalten und auch noch energiesparend. In die Holzteile wird aufgeschäumtes Glas als Dämmstoff eingefüllt: "Die Steine sind innen hohl, werden mit einer Dämmung verfüllt, die im Außenwandbereich gleichzeitig eine zusätzliche Wärmedämmung ist und im Innenwandbereich eine zusätzliche Schalldämmung", sagt Leist.

Schrauben statt Kelle und Mörtel

"Das ist LEGO für Erwachsene", sagt Andreas Lehmann, der schon einige STEKO-Häuser gebaut hat. Seine wichtigsten Werkzeuge sind nicht die Kelle und Mörtel, sondern eher Akku-Schrauber und Bohrmaschine und "viele, viele Schrauben". Bis zu 10.000 Schrauben können es bei einem Hausbau schon werden.

Eine Woche bis zum Richtfest

Das LEGO-Prinzip hat auch noch einen weiteren Vorteil: Ein Haus ist ruck zuck aufgebaut – ähnlich wie ein Fertighaus. Spätestens nach einer Woche kann in der Regel schon Richtfest gefeiert werden. Und dann kann entweder der Bauherr selbst Hand anlegen oder das nächste Gewerk kann mit dem Innenausbau beginnen.

Friedrich Leist empfiehlt dann im Sinne der Nachhaltigkeit und für ein gesundes Raumklima mit Weichfaserplatten und Lehmputz zu arbeiten.

Die Kosten halten sich für diese ökologische Bauweise übrigens auch im Rahmen. "Man kann für so ein Haus - je nach Ausstattung - pro Quadratmeter mit 1600 bis 1800 Euro rechnen", so Leist.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 23.03.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.