Charlotte Knobloch spricht anlässlich des Gedenken an die Holocaust Opfer vor dem Landtag des Saarlandes (Foto: SR)

Landtag erinnert an Opfer des Holocaust

Carolin Dylla   27.01.2022 | 13:10 Uhr

Der saarländische Landtag hat am Donnerstag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Anlass ist die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz heute vor 77 Jahren. Als Ehrengast hielt die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, eine Rede.

In einer Parlamentarischen Gedenkstunde hat der Landtag an die Opfer des Holocaust erinnert. In ihrer Rede bekräftigte eine sichtlich bewegte Charlotte Knobloch das, was sie letztes Jahr auch vor dem Deutschen Bundestag gesagt hatte: Sie sei stolz, Deutsche zu sein – nicht zuletzt, weil die Präsenz jüdischen Lebens hier – entgegen aller Erwartungen – wieder möglich sei. Deutsch zu sein, so die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, bedeute immer, sich zu erinnern.

Gedenkstunde des Landtags für die Opfer des Holocaust
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 27.01.2022, Länge: 85 Min.]
Gedenkstunde des Landtags für die Opfer des Holocaust

Wachsender Antisemitismus

Gleichzeitig warnte sie in deutlichen Worten vor dem wachsenden Antisemitismus. Jüdische Mitbürger stellten sich die Frage, wie es möglich sei, dass eine kleine gewaltbereite Minderheit wüte und sich – wie zum Hohn – gelbe Sterne anhefte, sagte Knobloch mit Blick auf entsprechende Vorfälle bei manchen Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen. Knobloch mahnte zugleich die gesellschaftliche Mitte, diesem Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten.

Notwendigkeit des Erinnerns

Die Vorfälle auf Corona-Demos sprach auch der Landesbeauftragte gegen Antisemitismus, Roland Rixecker, an. Rixecker unterstrich in deutlichen Worten die Notwendigkeit des Erinnerns. Vergangenheit könne nicht bewältigt, nicht überwunden werden, so Rixecker.

Landtag erinnert an Opfer des Holocaust
Audio [SR 3, Carolin Dylla , 27.01.2022, Länge: 03:21 Min.]
Landtag erinnert an Opfer des Holocaust

Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) nannte Antisemitismus einen Seismographen, der zeige, wie es um eine Gesellschaft bestellt sei. Die Nachgeborenen hätten keine Schuld an der schrecklichen Geschichte, so Toscani – wohl aber eine Verantwortung für den Umgang mit ihr.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 27.01.2022.

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