Meine Traumreise nach Sibirien. Mit ihren Familien sind beide über GPS in Kontakt. (Foto: Gordian Arneth)

Hitzewelle in Sibirien

mit Informationen von Michael Friemel   29.06.2020 | 08:19 Uhr

Bei Sibirien denkt man vor allem an Schnee, an Eis, an Menschen, die ihre Autos laufen lassen vor Angst, dass sie in der Kälte nicht mehr anspringen könnten. Und jetzt werden in einigen Regionen Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius gemeldet. Das könnte Auswirkungen für das Klima auf der ganzen Welt haben.

Höhere Temperaturen sind teilweise in Sibirien nichts Besonderes. „Auch in den Nordpolarregion sind Temperaturen gerade im Sommer von 20 Grad und mehr üblich“, sagt Klimaforscher Latif. Und selbst im Winter, wenn die buchstäblich sibirische Kälte herrscht, könne es auch mal über Null sein. Außergewöhnlich seien jedoch Meldungen, nach denen es in einer Stadt Temperaturen von 38 Grad gegeben haben soll. „Wenn sich das bestätigt, könnte das ein neuer Rekord sein“, sagt Latif.

Unmengen an CO2 im Eis gebunden

Die Hitze in Sibirien hat auch Auswirkungen auf das Klima in Europa. Dass sich die Temperaturen an den Polen und der Äquatorregion weiter annähern, könnte dazu führen, dass extreme Wettersituation in Europa länger anhalten.

Ein Problem sind laut Latif auch die gewaltigen Mengen an Treibhausgasen, die im Permafrost gebunden sind. Wenn dieses CO2 auftaut und freigesetzt wird, kann das nicht mehr rückgängig gemacht werden, was die Klimaerwärmung wiederum beschleunigen würde.

Audio

Hitze in Sibirien hat schwere Folgen für Weltklima
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel, 29.06.2020, Länge: 05:01 Min.]
Hitze in Sibirien hat schwere Folgen für Weltklima
Hitzewelle in Sibirien: Das Internet ist voll mit alarmierdenden Meldungen zu den Temperaturen im ewigen Eis. Und das könnte schwere Folgen für das Klima auf der ganzen Welt haben. Darüber hat SR-Moderator Michael Friemel mit Klimaforscher Mojib Latig gesprochen. Er ist Leiter der Forschungseinheit Maritime Meteorologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Über dieses Thema wurde am 29.06.2020 auch in "Guten Morgen" auf SR3 Saarlandwelle berichtet.

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