Maisfeld vor Frankfurt (Foto: dpa Frank Rumpenhorst)

Wie kann man die Hitze in den Städten erträglicher machen

  25.07.2022 | 08:45 Uhr

Die Hitze hat das Saarland fest im Griff. In Städten ist es besonders schlimm: heiße Betonplätze ohne Schatten und fehlende Luftzirkulation machen den Menschen zu schaffen. Es muss etwas geschehen, wenn das Leben in den Städten erträglich bleiben soll.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – das klingt alles ganz toll, bis es eben zu viel wird. Immer mehr Hitzewellen rollen über Deutschland und machen den Menschen das Leben schwer. Insbesondere Stadtbewohner haben mit der Hitze zu kämpfen.

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Hitze in den Städten: Jens Hasse vom Deutschen Institut für Urbanistik
Audio [SR 3, Michael Friemel, 25.07.2022, Länge: 03:15 Min.]
Hitze in den Städten: Jens Hasse vom Deutschen Institut für Urbanistik

Warum werden unsere Städte so heiß?

Jens Hasse vom Deutschen Institut für Urbanistik hat darauf eine einfache Antwort: Steine, Beton und Asphalt. Er leitet den Forschungsbereich "Umwelt" am Institut und steht – wenn es um das Hitze-Management geht – insbesondere großen, weiten Plätzen und breiten Straßen kritisch gegenüber. Steine, Beton und Asphalt heizten sich durch Sonneneinstrahlung schnell auf und kühlten nachts viel zu langsam ab, so Hasse.

Was kann Abhilfe schaffen?

Mehr Grün in den Städten - Bäume, Sträucher, Wiesen und Parks - könnten Abhilfe schaffen. Diese in bereits gebaute Städte und Straßen zu integrieren sei zwar manchmal schwierig, aber nicht unmöglich, sagt er.

Schatten ließe sich zum Beispiel gut durch mobile Sonnenschirme oder Sonnensegel erzeugen.

Bei Neubauten solle man den Hitze-Aspekt aber auf jeden Fall fest mit einplanen.

Konkrete Lösungsvorschläge

Auch Dirk Messner schlägt vor, versiegelte Flächen wie Parkplätze zu öffnen um Platz für mehr Grün in der Stadt zu schaffen. Der Chef des Umweltbundesamtes spricht sich außerdem für eine Erweiterung der klimaschonenden Mobilität aus – man müsse mehr Platz für den Fahrradverkehr schaffen.

Inspiration aus Spanien?

Die Spanier sind Hitze schon lange gewöhnt – auch schon vor der Klimakrise. Sie haben sich angepasst und können längere Hitzewellen auch ohne Klimaanlage durchstehen.

Wie sie das hinkriegen? Einerseits durch einen angepassten Baustil in den Städten: Durch die engen, schmalen Gassen beschatten die Häuser sich gegenseitig, die Mauern sind dick und die Fenster klein. So dringt die Hitze gar nicht erst in die Häuser ein.

Zudem hat Spanien auch seinen Tagesablauf nach der Hitze ausgerichtet. Von 14.00 bis 16.00, 17.00 Uhr ist Siesta-Zeit. Dann sind Geschäfte und Verwaltung geschlossen und die Menschen ruhen sich aus – bis die Hitze am späten Nachmittag wieder erträglicher wird.

Hitze-Trend geht weiter nach oben

Auch in Zukunft werden die Temperaturen weiterhin steigen, sagt Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetterorganisation. Die WMO geht davon aus, dass der aktuelle Trend nach oben bis mindestens 2060 anhalten werde – egal wie gut oder schlecht unsere Klimaschutzbemühungen seien.

Wir werden wohl also mit diesen Temperaturen leben müssen und die Städte früher oder später anpassen müssen – im besten Fall früher.

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Hitze in der Stadt: konkrete Vorschläge
Audio [SR 3, Michael Friemel, 25.07.2022, Länge: 02:03 Min.]
Hitze in der Stadt: konkrete Vorschläge

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 25.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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