eine Biene auf Mohn (Foto: Pixabay/ Buntysmum)

Hilfe gegen das Insektensterben im Saarland

Rebecca Lambert mit von Informationen Renate Wanninger   28.06.2022 | 09:45 Uhr

Etwa ein Drittel der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten im Saarland gilt als gefährdet. Das betrifft zum Beispiel die Mohnbiene. Aber wie ist es möglich, ihr und anderen Insekten zu helfen?

Immer mehr Bienenarten finden sich auf der Roten Liste wieder, die besagt, welche Tier- und Pflanzenarten als bedroht gelten. Ein Beispiel dafür ist die Mohnbiene. Sie verliert mehr und mehr an Lebensraum. Während vor 30 Jahren im Saarland noch über 500 Nester zu finden gewesen seien, gebe es heute nur noch sehr wenige, beklagt Julia Michaely vom NABU Saar.

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Insektensterben im Saarland
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 28.06.2022, Länge: 05:15 Min.]
Insektensterben im Saarland

Die Mohnbiene

Die Mohnbiene ist eine Wildbiene, die dunkler ist als die Honigbiene. Am Kopf und am Torso besitzt sie einen weichen Flaum. Ihren Namen hat sie übrigens aufgrund ihrer Nahrungsquelle: Sie ernährt sich fast ausschließlich von Mohnblumen. Aber auch Kornblumen gehören zu ihrer Nahrung.

Und genau da liegt das Problem: Ihre Nahrungsquellen und ihr Brutraum am Ackerrand werden weiterhin eingeschränkt. So führt das Spritzen mit Pestiziden zum Rückgang von Korn- und Mohnblumen. Das Nahrungsangebot reicht deshalb für die Mohnbiene kaum aus.

Hilfe für die Mohnbiene

Der Mohnbiene kann fast jeder helfen - und zwar von Zuhause aus, einfach indem man seinem Garten für die Mohnbienen vorbereitet. Sie brauchen sandige Erde. Landschaftsgärtner Ben Krebs rät deshalb, einfach eine etwa einen Quadratmeter große Sandgrube anzulegen.

Hilfe für Insekten

Aber auch ohne Garten ist es möglich, den Insekten zu helfen. Hier bieten sich beispielsweise Blumentöpfen mit Kräutern, Gemüse oder Blühpflanzen an.

Auch der Rasen sollte nicht zu kurz geschnitten sein. Der Rat des Experten: eine Blumenwiese oder Blumenbeete anlegen. Landschaftsgärtner Ben Krebs empfiehlt außerdem Wildstauden, die jedes Jahr wiederkommen. Auch schön: eine Schmetterlingsspirale mit Blühpflanzen.

Essgewohnheiten ändern

Neben dem Platz, den man selbst im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon schaffen kann, spielt jedoch auch das Konsumverhalten eine wichtige Rolle.

Etwa 80 Prozent der weltweiten Fläche der Landwirtschaft werde zur Fleischerzeugung genutzt, sagt Martin Lillig vom BUND. So entfallen viele Lebensräume für Insekten - zum Beispiel Wildwiesen. Seine Ess- und Einkaufsgewohnheiten zu ändern, sei deshalb schon ein "ganz großer Schritt in Richtung Insektenschutz".

Insektenschutz überlebenswichtig

Und ein Beitrag zum Arten- und Insektenschutz lohnt sich auch. Schließlich sind Insekten für uns alle überlebenswichtig. Ohne Insekten werden Obstbäume nicht mehr bestäubt - das heißt: ohne sie gäbe es viele Obst- und Gemüsearten nicht.

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Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 28.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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