Kassiererin in einem Supermarkt (Foto: Tom Weller/dpa)

Helden des Alltags

Lena Schmidtke   07.05.2020 | 06:59 Uhr

Wer heutzutage echte Helden treffen möchte, muss nicht mehr lange suchen - geschweige denn ins Kino gehen. Corona demonstriert uns, dass die wahren Helden diejenigen sind, die unseren Alltag an forderster Front am Laufen halten - und man findet sie überall: in Pflegeberufen, im Einzelhandel, im Friseursalon und auf vielen weiteren Gebieten.

Helden des Alltags
[SR 3, Lena Schmidtke, 07.05.2020, Länge: 02:57 Min.]
Helden des Alltags

SR-Reporterin Lena Schmidtke hat ein paar Helden des Alltags getroffen.

Warum sind Helden für uns so wichtig?

Mal weg von Batman-Maske und Supermann-Shirt - das waren vielleicht die Helden von gestern. Die Helden von heute, das sind diejenigen, die unser System am laufen halten. Ist es nicht eigenartig, wie sich das Bild von Helden zu Corona-Zeiten geändert hat? Darüber hat Michael Friemel mit dem Philosophen Prof. Dieter Thomä gesprochen.

Im Interview: Prof. Dieter Thomä
Audio [SR 3, Michael Friemel, 07.05.2020, Länge: 04:22 Min.]
Im Interview: Prof. Dieter Thomä

Buchcover: Warum Demokratien Helden brauchen, Dieter Thomä (Foto: Ullstein Verlag)

Dieter Thomä
Warum Demokratien Helden brauchen

Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus
Ullstein Verlag
ISBN-13: 978-3550200335
Preis: 20 Euro

"Helden tun was, was nicht jeder tut", sagt Thomä. Der Wunsch, über sich hinaus zu wachsen, der stecke eigentlich ein bisschen in jedem von uns. Wenn man dies dann bei anderen sehe, könne das eine ermutigende, inspirierende Wirkung haben. "Deshalb sehnen wir uns nicht nur als Kinder, sondern auch als Erwachsene nach Helden, und wir sollten uns dafür nicht schämen."

Und die Helden selbst, "die wollen eigentlich nicht, dass sie allein auf dem Sockel stehen", sagt Thomä. Gute Helden, die nicht auf andere herabblicken, wollten im Grunde keine Sonderrolle. Zu Helden gemacht würden sie von denjenigen, die sie bewundern. Dies müsse jedoch ehrlich sein. Er verstehe deshalb gut, dass die Kassiererinnen, Pfleger und Krankenschwestern dem aktuellen Lob misstrauisch gegenüber ständen, denn es sei auch ein billiges Lob. "Schlechte Löhne, aber dafür bekommt man eine Medaille um den Hals gehängt." Sein Credo lautet deshalb: Den Heldenbegriff und das Lob nicht als falsche Ausrede benutzen.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.05.2020.

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