Stromzähler mit Geldscheinen im Hintergrund (Foto: IMAGO / Ulrich Wagner)

Heizen mit Strom: Droht das Stromnetz zusammen zu brechen?

Abkehr von Gas-Heizung könnte zu Überlastung führen

Interview: Frank Hofmann/Dr. Klaus Blug, Onlinefassung: Jil Kalmes   10.08.2022 | 09:23 Uhr

Viele Verbraucher erwägen angesichts der steigenden Gaspreise im kommenden Winter mit Strom zu heizen. Doch das birgt Risiken. Experten befürchten Stromausfälle. Verkraftet es das Stromnetz, wenn in vielen Haushalten gleichzeitig Heizlüfter laufen? Dazu im SR-Interview Dr. Klaus Blug, der Geschäftsführer des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes (VEW).

Der Winter rückt immer näher und somit auch die Gedanken, wie man seine Wohnung über die kalte Jahreszeit warm halten soll. Angesichts der möglichen Gasknappheit denken viele über Alternativen oder Notfallpläne nach - und kommen so auf Elektroheizungen bzw. Heizlüfter. Solche Geräte werden zur Zeit regelrecht gehamstert. Das besorgt Experten.

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Gefährden elektrische Heizlüfter das Stromnetz?
Audio [SR 3, Frank Hofmann, 10.08.2022, Länge: 03:40 Min.]
Gefährden elektrische Heizlüfter das Stromnetz?

Keine Netzüberlastung bei geringer Gerätemenge

Wie viele Geräte ein Stromnetz vertrage, sei generell von der Art und Lage des Netzes abhängig, erklärt Dr. Klaus Blug, Geschäftsführer des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes (VEW). Niederspannungsortsnetze – also die üblichen Netze in Ortschaften – seien in der Regel großzügig ausgelegt und vertragen Schwankungen.

Wenn sich jeder Haushalt der Straße nur ein Stromheizgerät anschaffe, brauche man sich keine Sorgen zu machen, sagt Blug. Problematisch werde es erst, wenn jedes Haus mehrere der elektrischen Heizgeräte kaufe. Dann steige das Risiko eines Stromausfalls aufgrund der erhöhten Belastung.

Rat für Verbraucher: Nur ein Gerät für den Notfall

Er habe durchaus Verständnis dafür, dass sich Menschen für einen eventuellen Notfall trotzdem ausrüsten wollen. Dafür reiche aber ein Gerät pro Haushalt. Es bestehe kein Grund zum Hamstern. Beim Kauf solle man auf Spritz- und Kippschutz, sowie europäische Prüfsiegel wie das CE-Zertifikat achten.

Haushalte sind "geschützte Verbraucher"

Wichtig sei zu verstehen, dass Menschen, die Gas zum Heizen nutzen, sogenannte "geschützte Verbraucher" seien, erklärt Blug. Das bedeute, dass im Falle einer Gasknappheit den Haushalten zuletzt das Gas abgeschaltet werde. Es bestehe also kein Grund zur Panik oder zur Anschaffung einer elektrischen Heizung.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 10.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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