Weihnachtsbaum mit Schnee (Foto: picture alliance / dpa | Maurizio Gambarini)

Bäume, Weihnachten und Traditionen

Mit Informationen von Katja Preißner   24.12.2021 | 09:45 Uhr

Kein Weihnachten ohne Baum – oder zumindest ein paar Tannenzweige, die schaffen´s dann doch ins Haus. Und weil der Baum an Weihnachten so wichtig ist, hat sich SR-Reporterin Katja Preißner schlau gemacht über Bäume, Weihnachten, und Traditionen.

"Oh Tannenbaum! Wie grün sind deine Blätter." Ja, richtig: Die Nadeln am Tannenbaum sind Blätter. Halt nur lang, schmal, und mit einer Wachsschicht.

Von der Seele der Bäume

"Fast alle Bäume, die wir kennen, waren beseelt gewesen in der Denkweise der Leute. Da war ein Gott Donar, eine Göttin Hold, ein Wodan. Diese Gottheiten waren mit den Bäumen sehr eng verbunden ", erzählt der Volkskundler Gunter Altenkirch aus Rubenheim. Jeder Baum hatte seinen eigene Gottheit und seine eigene Geschichte - wie zum Beispiel der Apfelbaum.

Wie die Äpfel an die Tanne kommen...

Warum am Weihnachtsbaum Äpfel hängen...
Audio [SR 3, Katja Preißner, 24.12.2021, Länge: 04:34 Min.]
Warum am Weihnachtsbaum Äpfel hängen...

Weihnachtsbaum ist gleich Tanne, oder? Nein, von wegen. Wer gern mehr Abwechslung hätte, wird in der Geschichte fündig - beim Weihnachtsblütenmärchen vom Apfelbaum. Er sei einer der heiligen Bäume gewesen, weiß Altenkirch. Denn der Apfel galt als Symbol des Lebens. Vom Apfelbaum habe man sich erzählt, dass er in der Heiligen Nacht blühe und am Morgen drauf "hängen kleine Äfpel dran". Und so kam der Apfel und später die Christbaumkugel an unseren Weihnachtsbaum.

Das "Holz der Frau"

Jedes Holz hatte auch seinen eigenen Einsatzbereich: ZUm Beispiel das Buchenholz. Die Buche galt so im Volksglauben als das Holz der Frau: Sie habe damit Brot gebacken und verwendete die Asche mit Wasser zu einer Lauge vermengt zum Wächewaschen, so Altenkirch.

Fichte oder Tanne?

Welcher Nadelbaum darf es sein zu Weihnachten? "Die Fichte sticht, und die Tanne nicht", erklärt Forsttechniker Sebastian Dawo vom Gut Lindenfels in Blieskastel den kleinen Unterschied. Er kennt sich nicht nur mit Weihnachtsbäumen aus.

Nach dem Krieg habe der Trend zur Fichte stark zugenommen. Und so ist sie häufigste Nadelbaum in Deutschland – auch im Saarland. Sie wächst schnell und wird auch als Baumatierial verwendet. Aber das Bild wird sich ändern, Klimawandel und Borkenkäfer vertreiben die Fichte gerade.

Dawis Tipp für die Weihnachtsbaumpflege: Ausreichend wässern. Ganz normales Wasser reicht – aber das sollte sein. Denn auch nach dem Einschlag zieht er noch jede Menge Wasser.

Die Größten und Kleinsten

Der größte Baum der Welt ist keine Tanne – sondern das dürfte ein Küstenmammutbaum in Kalifornien sein. Er ist 115 Meter hoch.

Der kleinste Baum der Welt? Eine Krautweide, sie wächst in den Alpen und ist nur 10 Zentimeter hoch. Allerdings trickst die Krautweide: ihr Stamm liegt unter der Erde, und es guckt nur die Baumkrone raus.

Der teuerste Baum

Größe allein zählt aber nicht immer: Der teuerste Bonsai kostet eine knappe Million Euro und ist 900 Jahre alt. Aber immerhin zu groß für die Fensterbank.

Rudi Bäsel zieht selbst welche in Bexbach und kennt sich aus: Bonsai bedeute „Baum im Topf“ und damit der Baum auch schon ansehnlich werde, stehe er in einer schönen Schale. Oft sei bei der Anschaffung die Schale teurer als der ganze Baum

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 24.12.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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