Hanni Lévy (Foto: SR)

Hanni Lévy ist tot

Mit Informationen von Katja Preißner   24.10.2019 | 11:04 Uhr

Hanni Lévy war mal eine „Unsichtbare“. Sie gehörte zu den knapp 2000 jüdischen Menschen, die den Nationalsozialismus in Berlin überlebten – versteckt, getarnt und immer in Lebensgefahr. Im Juni dieses Jahres war die temperamentvolle 95-Jährige noch zu Gast in der SR 3-Talksendung "Aus dem Leben" mit Uwe Jäger. Nun ist Hanni Lévy gestorben. Wir erinnern an Sie mit einem Zusammenschnitt der Sendung mit ihr.

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"Aus dem Leben": Holocaust-Überlebende Hanni Lévy
Audio [SR 3, Uwe Jaeger, 03.07.2019, Länge: 49:15 Min.]
"Aus dem Leben": Holocaust-Überlebende Hanni Lévy

Mit 18 Jahren entkam die Vollwaise Hanni Weißenberg – wie sie  damals noch hieß – mit viel Glück der Deportation durch die Gestapo. Sie griff sich Mantel und Handtasche als einzige Habseligkeiten und suchte in der Stadt Rettung.

Es waren vor allem zwei Familien, die die junge Hanni aufnahmen, schützten und sich selbst ebenfalls in Lebensgefahr brachten. Die zweite Familie fand sie, als sie sich einer Kino-Mitarbeiterin anvertraute, die Herz und Courage hatte.

Nach dem Krieg baute sich Hanni Lévy – nun verheiratet – ein neues Leben in Paris auf, sie ist mehrfache Mutter und Großmutter und wird nicht müde, als Zeitzeugin den Nachgeborenen zu berichten. Ihre Geschichte floss auch in den Spielfilm „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ aus dem Jahr 2017 ein. Und neben vielem anderen hat Hanni Lévy auch dafür gesorgt, dass ihre Retter die Ehrung „Gerechte unter den Völkern“ erhielten und an sie sowie an ihre von den Nazis ermordete Großmutter öffentlich erinnert wird.

Hanni Lévy war eine unermüdliche Mahnerin vor Fremdenfeindlichkeit und engagierte sich als Zeitzeugin an zahlreichen Schulen. In der Nacht zum 24. Oktober ist Hanni Lévy nun gestorben.

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