Händewaschen (Foto: Pixabay/jackmac34)

Das ewige Händewaschen und die Folgen

Lena Schmidtke   16.04.2020 | 07:37 Uhr

Abstand halten und Hände waschen. Das sind die beiden wichtigsten Regeln seit vielen Wochen. Vom vielen Händewaschen sind diese aber inzwischen so rau geworden, dass so mancher scherzt, er könne dieses Jahr die Gartenmöbel mit dem Handrücken abschmirgeln. Zeit also für einen Schnellkurs in Sachen Handpflege.

Zwei Lotionspender vor einer glitzernden Kosmetiktasche.
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 16.04.2020, Länge: 03:22 Min.]
Zwei Lotionspender vor einer glitzernden Kosmetiktasche.

Erinnern Sie sich noch an Tilly und das Spülmittel? "Sie baden Ihre Hände drin?" "Huch!" Ja, damals fürchteten sich viele vor rauen Spülhänden, heute laufen alle damit rum. Das sagt sich so locker: "Immer schön die Hände waschen, zweimal Happy Birthday singen, normale Seife reicht völlig." Und dann kann man Karotten auf den Händeln raspeln.

Hautarzt Dirk Landwehr meint: Händewaschen ja, aber nicht übertreiben. Denn der Säureschutzmantel, der so genannt pH-Wert, wird durch häufiges Waschen belastet. Dabei ist das die erste Schutzschicht des Körpers. Wird die Haut rissig und ist offen, besteht noch mehr Infektionsgefahr als voher. Darum: die Hände situationsbedingt waschen. Wer sowieso nur im Homeoffice arbeitet, muss die Hände nicht mehr waschen als sonst auch. Wer viel unterwegs ist, sollte natürlich öfter ans Waschbecken.

Stark rückfettend ist am besten

Bei der Seife ist nicht wichtig, ob sie flüssig oder fest ist, sondern, woraus sie sich zusammensetzt. PH-neutral und rückfettende Seifen sind laut Dirk Landwehr die besten, denn: "Jede Handwäsche entzieht der Haut Feuchtigkeit und schädigt die Barriere". Desinfektionsmittel sind, so Landwehr, in der Regel weniger gefährlich für den Säureschutzmantel. Er findet aber, die sollten den Gesundheitsberufen vorbehalten sein und von Privatleuten nur in Ausnahmefällen genutzt werden.

Auf jeden Fall: Nach dem Händewaschen die Hände eincremen. Wer einen Arbeitsplatz oder eine Tätigkeit hat, in der er oder sie sich klebrige oder fettige Hände nicht leisten kann, sollte eine Handcreme nutzen, die schnell einzieht. Allerdings. "Leicht" und "Zieht schnell ein“ bedeutet: Der Wasseranteil ist sehr hoch. Wenn die dann extrem schnell einzieht, dann kann das auch wieder zur Austrocknung beitragen, Darum: Morgens und Abends eine stark rückfettende Handcreme nehmen. Nur solche, bei denen das Einziehen lange dauert, bedeuten, dass die Haut genug Fett zurück bekommt, um die Barrierefunktion aufrecht zu erhalten.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 16.04.2020 berichtet.

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