Glosse: Worauf man Weihnachten für den Klimaschutz auch verzichten könnte

Klimaschutz: Worauf man Weihnachten auch verzichten könnte

Audio [SR 3, Nadine Thielen, 17.10.2019, Länge: 02:35 Min.]

Nadine Thielen   17.10.2019 | 12:55 Uhr

Mir tut es jedes Jahr leid: Da werden Millionen Bäume gefällt, damit wir die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legen können. Die Stadt Landau sieht das so ähnlich: Sie will aus Klimaschutzgründen in diesem Jahr keine Weihnachtsbäume mehr in der Innenstadt aufstellen. Wer protestiert? Ausgerechnet der BUND. Was soll man dazu noch sagen? Ein Glosse von Nadine Thielen

Für den Klimaschutz
Landau schafft Weihnachtsbäume ab
In Landau, wo sonst immer rund 100 Weihnachtsbäume in der Stadt platziert waren, wollen die Unternehmer keine mehr aufstellen. Als Grund wird Klimaschutz angeführt.

Die Landauer Geschäftsleute, das sind richtige Füchse – auf so eine Idee muss man erstmal kommen. Weihnachtsbäume weg fürs Klima.  Ein Schelm, wer denkt, die Unternehmer würden das machen, um Kosten zu sparen... mit diesem Argument haben die Burbacher ja vor zwei Jahren die Weihnachtsbäume abgeschafft. Aber nein, hier geht’s nicht ums Geld – es geht ums Klima!

Nicht falsch verstehen, ich bin sogar fürs Klimaschützen! Noch besser als den Klimaschutz an sich finde ich aber, dass das Argument Klima jede Debatte gleich im Keim ersticken kann. Merken Sie sich das: Damit ist das Gewissen gleich auf Ihrer Seite! 

Nadine Thielen (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)
Nadine Thielen

Aus diesem Anlass hier also meine Top 3 der Dinge, die sich zu Weihnachten auch noch gut vermeiden ließen – alles zum Schutze des Klimas. 

Nummer 1: die Weihnachtsgeschenke
Ja, jetzt keine Schnuten ziehen. Wisst ihr eigentlich, wie viel CO2 Geschenke verursachen? Ok, ich weiß es auch nicht, aber ganz ehrlich: Allein das Einkaufen der Geschenke mit dem Auto, oder das Paket bringen lassen vom Postboten. Und was dann in den Geschenken drin ist, davon will ich erst gar nicht reden. Nee, Geschenke lassen wir in diesem Jahr sein fürs Klima.

Nummer 2: Die Feiertage an sich
Ganz ehrlich, wer braucht schon Weihnachten, wenn es keine Geschenke gibt? Und kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit christlichen Fest und dem Blabla. Was könnte den christlicher sein als der Erhalt der Schöpfung – Stichwort Klimaschutz. Außerdem ist doch gerade an den Feiertagen viel zu viel Reiseverkehr – was da wieder an Abgasen in die Luft geblasen wird. Nix Schickes anziehen, keine Gans und vor allem keine Rinderrouladen auf den Tisch lassen - denken sie nur an die zahlreichen ersparten Kuh-Fürze. Was sollen wir überhaupt feiern, wenn es so um das Klima steht?

Nummer 3: Die Familie
Stellen wir uns eine typische Familie vor: Mutter, Vater und zwei Kinder. Laut der Umweltschutzorganisation verbraucht jeder in Deutschland im Durchschnitt 12,3 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Bei einer vierköpfigen Familie sind das gleich 49,2 Tonnen! Im Idealfall wären es gerade einmal vier Tonnen! Also noch nicht einmal zehn Prozent davon. Wie sollen wir das mit einer Familie schaffen? Dann doch lieber jeder allein. Und wenn die Familie erst mal wegfällt, dann fällt das mit den Feiertagen und mit den Geschenken erst gar nicht mehr auf  - ganz zu schweigen von den Weihnachtsbäumen.

Oh, eine Wortmeldung, Andrea bitte: "Ich mach mir die Welt...." Ja, die muss es wissen. Die wurde ja auch schon abgeschafft – wegen schlechten Klimas…

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