Hund und Katze (Foto: pixabay/StockSnap)

Geteiltes Sorgerecht für Haustiere

Elena Jörger mit Informationen von Oliver Neuroth   11.01.2022 | 08:23 Uhr

Eine Trennung ist schwer. Jeder packt seine Sachen und geht getrennte Wege. Doch was ist, wenn man ein gemeinsames Haustier hat? Die Entscheidung, wer das Tier mitnehmen darf, kann sehr hart sein. Spanien hat dafür jetzt eine Regelung.

In Spanien ist das Haustier gesetzlich als Lebewesen eingestuft. Eine neue Regelung bestimmt nun, dass im Falle einer Scheidung nicht nur die Sachwerte gerecht aufgeteilt werden, sondern auch das Wohlergehen der Haustiere eine Rolle spielt.

Geteiltes Sorgerecht bei Haustieren

Geteiltes Sorgerecht kennen wir bei uns nur bei Kindern. In Spanien führt eine neue Regelung dazu, dass es nun auch Haustierbesitzer mit geteiltem Sorgerecht gibt. Im Falle einer Trennung teilt sich die Sorgfaltspflicht für die Tiere gleichermaßen auf ihre Besitzer auf. Damit will Spanien verhindern, dass das Tierwohl durch die Trennung gefährdet wird.  

Hunde brauchen ihr Rudel

Was in Spanien staatliche geregelt ist, wird hier zum Teil von Tierhaltern von sich aus praktiziert. Als Pia und ihr damaliger Freund sich getrennt haben, haben sie beschlossen: Beide sollen den Hund noch sehen können. Das funktoniere prima und dem Hund merke man auch an, dass er sich richtig freue, wenn es zu Herrchen gehe, sagt Pia.

Das sei oft bei Hunden so, sagt Tierärztin Astrid Bernardi. Hunde seien Rudeltiere und könnten mitunter unter einer Trennung von Frauchen und Herrchen so leiden, dass sie krank werden, sagt Astrid Bernardi. Hinzu komme, dass sich durch eine Trennung ihr "Rudel" ja verändere und sie sich deshalb neu orientieren müssten. Und auch die Routinen würden sich häufig ändern.

Katzen brauchen die gewohnte Umgebung

Bei Katzen sehe dies anders aus, sagt Bernadi. Katzen litten in der Regel weniger darunter, wenn eine Bezugsperson auf einmal weg sei. Katzen bräuchten vor allem ihre gewohnte Umgebung. Deshalb hält sie von einem geteilten Sorgerecht für Katzen nichts. Da hätten weder Katze, noch Besitzer was davon. "Katzen brauchen ein geregeltes Dasein, brauchen ihr Zuhause", so die Tierärztin.


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