Blick auf das Klinikum Saarbrücken (Foto: SR Fernsehen)

„GeKo SaarMoselle“ am Klinikum Saarbrücken gestartet

Lisa Huth / Onlinefassung: Jessica Sproß   07.10.2020 | 17:00 Uhr

Deutsche und französische Mediziner wollen die grenzüberschreitende Gesundheitszusammenarbeit ausbauen. Am Klinikum Saarbrücken starten sie das Projekt "GeKo SaarMoselle". Damit sollen vor allem bürokratische Hürde zwischen beiden Ländern abgebaut werden.

Darum hat sich am Mittwochnachmittag der so genannten "Lenkungsausschuss" des Eurodistriktes SaarMoselle im Klinikum in Saarbrücken getroffen. Der Vertrag von Aachen gibt Deutschen und Franzosen nun viel mehr Möglichkeiten. Wie die genutzt werden sollen, das hat SR-Reporterin Lisa Huth in Erfahrung gebracht.

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Neue Stufe der grenzüberschreitenden Gesundheitskooperation
Audio [SR 3, Lisa Huth, 07.10.2020, Länge: 03:12 Min.]
Neue Stufe der grenzüberschreitenden Gesundheitskooperation

Geplant ist unter anderem, die Rettungsleitstellen über das Internet zu vernetzen. Dann kann der Rettungswagen eingesetzt werden, der am nächsten an der Unfallstelle ist. Denn laut Rainer Buchmann, Leiter des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), kommunizieren die Leitstellen bisher über Fax miteinander. "Das heißt, wir schicken ein Fax an die französische Leitstelle, die lesen das, füllen das zweisprachige Formular aus und schicken es wieder zurück", erläutert Buchmann.

Es müsse einen Übersetzungstabelle geben. Adresse, Hausnummer, Wohnort sei auf beiden Seiten der Grenze gleich. Nur der Einsatzgrund und die zusätzlichen Informationen müssten übersetzt werden.

Gesundheitsversorgung grenzüberschreitend organisieren

Natürlich war das am Mittwoch erst die „Kickoff-Veranstaltung“, bei der sich der Lenkungsausschuss des Eurodistrikts SaarMoselle sich zum ersten Mal getroffen hat. Da ging es auch ums Kennenlernen. Aber konkrete Wünsche gab es auch: "Grenzen abbauen, bürokratische Hürden abbauen, Gesundheitsversorgung nicht auf nationaler Ebene organisieren, sondern grenzüberschreitend", so Christian Braun. Ärztlicher Direktor des Klinikums Saarbrücken.

Krankenkassen als Hauptproblem

Jeder Saarländer und jeder Lothringer solle alles nutzen können. Das Hauptproblem sind bislang allerdings die Krankenkassen. Auf französischer Seite gibt es eine, die bereit ist zusammenzuarbeiten. Auf Deutscher gibt es zahllose bundesweit, die nur für das Saarland Ausnahmen machen sollen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.10.2020.

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