Blutegel (Foto: pixabay)

Behandlung mit Blutegel

Renate Wanninger   11.01.2021 | 12:00 Uhr

SR 3-Moderatorin Renate Wanninger leidet an einer Entzündung in beiden Knien. Sie hat schon unterschiedliche Therapien ausprobiert, aber keine hat wirklich nachhaltig geholfen. Als letztes Mittel sollte nun einen Strahlentherapie eingesetzte werden, bei der die Schleimhaut zerstört wird. Vor dieser Therapie wollte sie aber noch etwas anderes probieren und hat einen Heimpraktikerin aufgesucht, um sich Blutegel setzen zu lassen. Mit Erfolg, wie auch ihr behandelnder Arzt bei der Nachfolgeuntersuchung feststellen konnte.

Der Einsatz der Blutegel

Blutegel als Therapie
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 11.01.2021, Länge: 06:03 Min.]
Blutegel als Therapie

Die Biologin und Heilpraktikerin Dr. Alexandra Braun in Tholey arbeitet seit über 20 Jahren mit Blutegel und sie hat SR 3-Moderatorin Renate Wanninger Hoffnung gemacht, dass die Blutegel bei den Entzündungen in den Knien helfen können. Sie setzte fünf Egel an das besonders betroffene Knie, und zwar an die Akkupunkturpunkte, die für die Behandlung eines Kniegelenks wichtig sind. Zuerst gab es aber einen kleinen Pikser in die Haut. Der Grund: "Damit sich der Blutegel genau an die Stelle setzt, wo ich ihn haben will, nämlich an dem Akkupunkturpunkt", sagt Braun.

Die Blutegel, die sich ja von Blut ernähren, saugen sich dann auch genau an den Stellen fest, wo die kleinen Blutstropfen heraustreten. Während er saugt, gibt es über seinen Speichel diverse Stoffe ab. Im Speichel seien zwölf gerinnungshemmende Substanzen enthalten, sagt die Heilpraktikerin. Die Reduzierung der Blutgerinnung führe dann zu einer Verbesserung der Durchblutung und zudem werde auch die Embolie-Gefahr reduziert.

Die Kontrolle beim Arzt

Der behandelnde Arzt der SR 3-Kollegin war zunächst skeptisch, ob eine Blutegel-Therapie wirklich helfen kann. Eine Untersuchung des Knies, zwei Wochen nach der Behandlung, hat dann aber ergeben, dass sich tatsächlich weniger Wasser im Knie angesammelt hatte als bisher - und zwar um die Hälfte weniger. Fünf kleine Tiere, die geschafft hatten, was selbst mit Cortison nicht gelungen war.

Das Fazit

Inzwischen hat sich Renate Wanninger auch das zweite Knie mit Blutegeln behandeln lassen. "Ich spüre zwar keine komplette Heilung, aber eine deutliche Erleichterung", sagt sie.

Blutegel werden übrigens zur Behandlung zahlreicher Krankheiten eingesetzt. Dazu gehören Krampfadern, Tinitus, Leberentgiftung, Nasennebenhöhlenentzündung und wie bei unserer Kollegin: Gelenkbeschwerden.

Auf keinen Fall dürfen sie aber bei Patienten eingesetzt werden, die Blutgerinnungsmittel einnehmen.

Man sollte also immer zu Fachleuten gehen, um sich untersuchen und behandeln zu lassen.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 11.01.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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