Partyvergnügen (Foto: imago/Norbert Schmidt)

Alte Gesichterparty.de-Fotos auf Instagram - ist das erlaubt?

Reporter: Patrick Wiermer / Onlinefassung: Raphael Klein   25.01.2023 | 16:20 Uhr

Die saarländische Plattform Gesichterparty.de ist zurückgekehrt - und zwar auf Instagram. Dort werden alten Partybilder aus den 2000ern hochgeladen. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Es war ein Phänomen im Saarland Anfang der 2000er Jahre: Die Plattform Gesichterparty.de erreichte Zehntausende Saarländer. Es war im Saarland lange Zeit das erfolgreichste soziale Netzwerk. Das lag vor allem auch an den vielen Fotos von Partys im Saarland, die dort veröffentlicht wurden.

Jetzt ist Gesichterparty wieder da. Und die neuen Betreiber laden die alten Fotos wieder hoch – bei Instagram. Viele Saarländer freuen sich über die Nostalgie. Doch darf man das überhaupt?

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Alte Gesichterpartyfotos bei Instagram - ist das erlaubt?
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 25.01.2023, Länge: 03:09 Min.]
Alte Gesichterpartyfotos bei Instagram - ist das erlaubt?

Fotos kommen bei vielen an

Bei vielen Saarländerinnen und Saarländer zwischen 35 und 50 löst die Plattform Gesichterparty.de Erinnerungen an gute alte Partyzeiten aus. Es ist die Zeit der Spaghettitops und Gelfrisuren. Festgehalten wurden viele dieser Momente Anfang der 2000er von Fotografen bei Gesichterparty.de. Zwischenzeitlich war die Seite tot, jetzt ist sie wieder da – bei Instagram. Und das komme gut an, sagt Valerio Palermo, einer der Gründer und damaligen Fotografen bei UnserDing.

Nach und nach laden die Betreiber nun alte Fotos hoch. Nach eigener Aussage schlummern noch Tausende Fotos auf den Festplatten. Viele finden es gut, Datenschützer und Anwälten bekommen allerdings  Bauchschmerzen.

Unsichere Rechtslage

Insbesondere sei die Rechtsgrundlage unklar, sagt der Saarbrücker Anwalt Michael Pfeiffer, der früher selbst als Redakteur für Gesichterparty.de gearbeitet hat. Heißt: Ist das, was damals erlaubt war, auch heute noch erlaubt? Und auch auf einer neuen Plattform?

Die Frage ist, ob die damals Fotografierten auch einer späteren Verwendung auf anderen Plattformen, wie in diesem Fall Instagram, zugestimmt haben. Hier müsse man von Zweckänderung ausgehen, zumal der Sitz von Instagram im Ausland, nämlich in den USA liege, so Pfeiffer.

Datenschutzregeln zwischenzeitlich verschärft

Viele Fotografierte konnten damals wohl noch nicht ahnen, welche Rolle Soziale Medien heute spielen, sagt auch Marco Schömer, der Sprecher der saarländischen Datenschutzbehörde und ergänzt:

Ferner könnte auch mit Blick auf individuell veränderte Lebensumstände unter Berücksichtigung einer vor allem eher regionalen Reichweite von Gesichterparty.de eine erneute Veröffentlichung dieser Bildaufnahmen vereinzelt nachteilige Effekte für betroffene Personen entfalten."

Heißt: Damals noch in fröhlicher Partylaune geschossene Fotos könnten den Fotografierten heute unangenehm sein. Auch deshalb wurde der Datenschutz in den letzten Jahren verschärft. Seit 2018 gilt die sogenannte Datenschutzgrundverordnung, die sogenannte DSGVO. Eigentlich müssen Betroffene man laut DSGVO einer erneuten Veröffentlichung auf einem anderen Medium wie etwa Instagram zustimmen.

Betreiber: Keine peinlichen Fotos, Löschung auf Wunsch

Mittlerweile äußern sich auch die Betreiber zu den Bedenken der Juristen. Man verfolge keine bösen Absichten oder ein kommerzielles Interesse, heißt es auf SR-Anfrage. Man achte sehr akribisch darauf, dass keine peinlichen Fotos hochgeladen werden. Außerdem würden Fotos gelöscht, wenn dies Betroffene wünschten.

Nun arbeitet man an einer Lösung, wie man in Zukunft mit den rechtlichen Einwänden umgeht. Sollte es keine Lösung und weitere Unannehmlichkeiten geben, werde man natürlich alle Fotos von der Seite entfernen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 25.01.2023 auf SR 3 Saarlandwelle.

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