Straßenschild Tempo 50 (Foto: dpa/Sebastian Gollnow)

Ein Verein kämpft für die Verkehrsberuhigung

Isabel Sonnabend   14.04.2020 | 13:00 Uhr

Es gibt einige Orte im Saarland, die immer wieder mit Lärmpegeln und überhöhten Geschwindigkeiten zu kämpfen haben. Auch im Norden in St. Wendel gibt es einen Ort, in dem Lärm und zum Teil schwere Unfälle immer wieder vorkommen. Die Bewohner haben deshalb einen "Verein zur Verkehrsberuhigung" gegründet.

Winterbach: Ein Verein kämpft für Verkehrsberuhigung
Audio [SR 3, Isabel Sonnabend, 14.04.2020, Länge: 03:11 Min.]
Winterbach: Ein Verein kämpft für Verkehrsberuhigung

Winterbach in St. Wendel. Ein Ort mit rund 2000 Einwohnern. Die Landstraße 133 und die B269 führen in den Ort, von zwei Seiten. Kurz vor dem Ortseingang gilt Tempo 70, innerorts wirkt die B269 (Lebacher Straße) wie eine Durchgangsstraße und lädt nicht unbedingt zum Bremsen ein. Volker Welter vom "Verein zur Verkehrsberuhigung in Winterbach" wohnt an der B269. Er sagt: Die Geschwindigkeit an den Ortseinfahrten, sowohl von Alsweiler her als auch von Bliesen, müsse reduziert werden - durch bauliche Maßnahmen und durch Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Der Vorschlag

Der Verein zur Verkehrsberuhigung ist deshalb an den Landkreis St. Wendel und an den Landesbetrieb für Straßenbau herangetreten. Der Vorschlag: Die Geschwindigkeit vor den Ortseingängen schon absenken und das auch zu kontrollieren, denn "die beste Beschränkung nützt nichts, wenn nicht kontrolliert wird und die Autofahrer das auch merken", sagt Welter.

Die Reaktion

Zur Geschwindigkeit am Ortseingang äußert sich der Landkreis St. Wendel in einer schriftlichen Stellungnahme: Er habe "bereits an der Lebacher Straße 35a (…) angeordnet, aus der 70er- eine 50er-Zone zu machen." Außerdem gab es eine Untersuchung der Lärmbelastung im Ort: "Das Ergebnis dieser komplexen Untersuchung liegt mittlerweile vor und wird zeitnah mit allen Beteiligten (...) besprochen. Aufgrund der gegenwärtigen Situation konnte dieses Gespräch verständlicherweise noch nicht stattfinden."

Wie viel Spielraum der Verein also bekommt, um seine Anliegen vorzubringen und durchzusetzen, bleibt unklar.

Eine Eigeninitiative

Aber der Verein kann auch schon einen ersten konkreten Erfolg verbuchen: eine Geschwindigkeitsanzeige im Ort. Zusammen mit einer Bank hat der Verein eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um für eine solche Anzeige zu sammeln. "Wir hoffen, dass das die Raserei im Ort etwas runterdreht, weil die Erfahrung zeigt, dass Geschwindigkeitsanzeigen normalerweise die Durchschnittsgeschwindigkeit um sechs km/h reduzieren", sagt Welter. Die Idee bei genug Spenden wäre: eine zweite Geschwindigkeitsanzeige, für jeweils den Ein- und Ausgang des Ortes. Ein ganz persönlicher Grund macht die Sache nämlich so wichtig und war der eigentliche Auslöser: Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, hat ihre Tochter bei einem Unfall am Ortseingang verloren, als sie von einem Auto erfasst wurde.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 14.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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