Gärtnerei-Betreiber Michael Rieß (Foto: SR / Lisa Krauser)

Gärtner besorgt wegen niedrigen Verkaufszahlen

Lisa Krauser   13.02.2021 | 12:30 Uhr

Die Gewächshäuser im Saarland sind voll damit und fertig zum Verkauf. Aber: Bei den Gärtnereien wächst gerade die Sorge, dass sie tausende Frühblüher in ein paar Wochen wegschmeißen müssen, weil sie jetzt im Lockdown einfach nicht genug verkauft werden. Blumenläden fürchten, dass sie nach Valentinstag viele Schnittblumen in den Müll werfen müssen. SR 3-Reporterin Lisa Krauser berichtet.

Michael Rieß betreibt eine Gärtnerei in Kirkel. Er befürchtet, dass er einen Großteil der Frühblüher, die er dieses Jahr hochgezogen hat, nicht los wird. Ein Großteil ist noch da und in spätestens zwei Wochen müssten sie verkauft sein, weil dann der Platz wieder für die nächsten Pflanzen benötigt wird.

Große Umsatz-Ausfälle, viel Überschuss

Gärtner besorgt wegen niedrigen Verkaufszahlen
[SR 3, Lisa Krauser, 13.02.2021, Länge: 02:54 Min.]
Gärtner besorgt wegen niedrigen Verkaufszahlen

Seine Gärtnerei ist wegen des Lockdowns zu. Er bietet zwar Liefer- und Abholservice, aber was er dabei im Moment verkauft, ist ein Tropfen auf dem heißen Stein: "Wir haben im Januar 80 Prozent Umsatzausfall. Dezember ging noch wegen des Weihnachtsgeschäft. Aber jetzt der Januar, der halbe Februar - ein Totalausfall."

Auch auf dem Wochenmarkt kann Rieß momentan nicht verkaufen. Das ist besonders bitter, denn gerade dort gehen die Frühblüher normalerweise gut weg. Schnell mal ein Stiefmütterchen oder ein Primelchen mitnehmen.

Kein Wettbewerb mit Supermärkten möglich

Das passiert dieses Jahr vor allem im Supermarkt. Und das ärgert den 63-Jährigen: "Wir sind alle wütend darauf. Nicht dass sie das verkaufen, sondern dass sie verkaufen dürfen. Da ist kein Konkurrenzwettbewerb mehr. Wir dürfen ja nicht dagegen steuern."

Diese Wut teilt auch Corina Kraus, Inhaberin des Blumenladens Schiffler in Saarbrücken. Sie ist besorgt, weil am Sonntag Valentinstag ist. Da macht sie normalerweise viel Umsatz mit Sträußen. Nur werden auch die dieses Jahr vor allem im Supermakt über die Kasse gehen, fürchtet Kraus: "Die machen irrssinnig viel Werbung. Mittlerweile in den Supermärkten ganz massiv. Die sind hingegangen und haben verschiedene Bereiche freigeräumt, wo jetzt nur noch Pflanzen usw stehen."

Bei Blumen Schiffler gehen zwar Bestellungen von treuen Stammkunden ein, sagt Kraus. Aber auch von ihnen werden viele für Valentinstag erst kurz vorher bestellen. Das erschwert die Planung. Corina Kraus hofft, dass sie sich beim Einkauf nicht zu sehr verschätzt. Normalweise könne der Rest ja auch noch gut nach Valentinstag verkauft werden. Aber eben nicht in diesem Jahr. Im schlechtesten Fall werden viele Blumen in der Tonne landen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 13.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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