Symbolbild: Junge Smartphone-Nutzer  (Foto: Pixabay / terimakasih0)

Rund 2700 Funklochmeldungen

Patrick Wiermer   27.11.2018 | 08:02 Uhr

Die fünfte Mobilfunkgeneration, kurz 5G genannt, soll kommen. Die Bundesregierung hat gerade bekannt gegeben, welche Bedingungen an die Lizenzen geknüpft werden.

Die Mobilfunkverbindungen sollen bald viel leistungsstärker sein - dann können sehr schnell sehr große Datenvolumen verschickt werden - das nennt sich dann 5G. Das ist nicht nur für selbstfahrende Autos wichtig.

Audio

Funkloch: Im Saarland keine Seltenheit (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 27.11.2018, Länge: 02:26 Min.]
Funkloch: Im Saarland keine Seltenheit (Foto: dpa)

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek meinte, 5G sei ja wohl nicht an jeder Milchkanne notwendig. Zig-Tausende Menschen in den Städten und Dörfern entlang der saarländisch-französischen wären allerdings schon froh, wenn sie wenigsten 1G auf dem Handy sehen würden.

Denn dort steht häufig oben auf dem Display: "Kein Netz". So etwa auch im Warndt. Wenn dort die Kommunikation klappt, dann höchstens, weil das Smartphone sich ins französische Netz einwählt.

"Weiße Flecken" im ländlichen Raum möglich

Der Plan der Bundesregierung schließt also ein, dass es vor allem in ländlichen Regionen so genannte "weiße Flecken" geben kann. Alle Fraktionen im saarländischen Landtag sagen, das gehe so nicht.

So sagte SPD-Fraktionschef Stephan Pauluhn, die neue Technik könne nur dann funktionieren, wenn zunächst einmal der jetzige Standard, also 4G, überall im Saarland funktioniere.

Uneinigkeit beim "Lokalen Roaming"

Aus Sicht des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD, Rudolf Müller muss eine flächendeckende Versorgung die Bedingung sein, damit Telekommunikationsanbieter überhaupt 5G-Lizenzen bekommen. Die Lizenzvergabe könne als Druckmittel gegenüber der Wirtschaft eingesetzt werden.

Unterschiedliche Ansichten gibt es beim Thema „lokales Roaming“. Das ist die Idee, dass die großen Anbieter gegen Geld ihre Netze auch für kleinere Konkurrenten öffnen müssen, um Funklöcher zu schließen. Für den parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jochen Flackus, sei das durchaus keine Enteignung der Unternehmen. Das sagen nämlich Kritiker dieser Idee. Flackus sieht darin eine Lösung.

2700 Funklochmeldungen im Saarland

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Stephen Thielen, will das höchstens übergangsweise zulassen. Ansonsten bestünde aus seiner Sicht die Gefahr, dass Unternehmen nur profitable Lücken ausfüllten, anstatt flächendeckend Leistungen anzubieten.

Bei der Funklochmeldestelle im Saarland sind bislang rund 2700 Meldungen über mögliche Funklöcher eingegangen. Das hat die Staatskanzlei auf SR-Anfrage mitgeteilt. Ob tatsächlich ein Funkloch vorliege, müsse allerdings im Einzelfall geprüft werden.

Hauptproblem: Internetgeschwindigkeit

In den meisten Fällen berichteten Bürger, dass das Mobilfunknetz nicht nur eingeschränkt funktioniere sondern überhaupt nicht zu benutzen sei. Außerdem gab es mehr Klagen über die Internetgeschwindigkeit als über Probleme beim Telefonieren.

Die Funklochmeldestelle war vor fünf Monaten an den Start gegangen.


Mehr zum Thema


Saarland
Saar-Fraktionen diskutieren über 5G-Einigung
Der Beirat der Bundesnetzagentur hat Kriterien für die Vergabe von 5G-Lizenzen festgelegt. Demnach soll die Versorgung mit dem neuen Mobilfunkstandard sowohl in der Stadt als auch auf dem Land besser werden. Während sich die Saar-Fraktionen einig sind, dass 5G auch im Saarland flächendeckend ausgebaut werden muss, gibt es beim Thema lokales Roaming unterschiedliche Meinungen – also der Öffnung von Mobilfunknetzen für Wettbewerber.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 27.11.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen