Jörg Langer mit dem Transporter des Tiernotruf Saar (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Seit fünf Jahren im Einsatz für die Tiere

Lena Schmidtke   16.11.2021 | 10:00 Uhr

Der Tiernotruf Saar ist für Tiere, was für uns Menschen Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr. Er ist zur Stelle, wenn Tiere in Not sind - und das nun schon seit fünf Jahren.

Der Tiernotruf gehört zum Tierschutzbund Landesverband Saarland. "Wir sind der kleine Krankenwagen für Tiere“, sagt Jörg Langer vom Tiernotruf. „In der Brut- und Setzzeit sind wir zwölf bis 13 Mal am Tag im Einsatz. Zwölf-Stunden Schichten sind normal. Im Moment, in der Nebensaison, sind es fünf bis sechs. Die kommen dann über Privatleute oder Behörden rein.“

Einsatz überall und für jedes Tier

Tiernotruf Saar im Eulen-Einsatz
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 16.11.2021, Länge: 01:07 Min.]
Tiernotruf Saar im Eulen-Einsatz
SR-Reporterin Lena Schmidtke hat Jörg Langer vom Tiernotruf Saar besucht und dabei auch gleich die Bekanntschaft einer Waldohreule gemacht. Das Tier wurde regungslos vor einer Fensterscheibe gefunden.

Jörg Langer ist mit seinem Transporter im ganzen Land im Einsatz. Von Perl nach Gersheim über St. Wendel nach Großrosseln – eben überall dort, wo Tiere in Not sind. Ob ein Hund erbricht, ein Waschbärwelpe auf einer Bundesstraße rumläuft, ein Schwan sich in einer Angelschnur verstrickt hat - ob Wild- oder Haustier, Langer nimmt das Tier in seine Obhut, bringt es zum Tierarzt, zur Auffangstation, auf eine Pflegestelle oder ins Tierheim.

Und natürlich leistet er auch Erstversorgung an Ort und Stelle. Dazu hat er eine Ausbildung zum tiermedizinischen Notfallassistenten gemacht.

Viel Tierleid...

Jörg Langer nimmt seinen Job mit viel Humor – obwohl er täglich auch mit viel Leid konfrontiert ist. Am schlimmsten in Erinnerung ist ihm eine Rettungsaktion im Frühjahr in einer Gartenlaube in Saarbrücken St. Arnual. Dort wurden und über 30 verwahrloste Katzen und 200 Tierkadaver gefunden. "Da gehst du nach 'ner halben Stunde um die Ecke und erleichterst dich um alles, was in deinem Magen ist. Und das machst du stündlich. Dann weißt du, wie schlimm es wirklich ist.“

...aber auch Gücksmomente

Dass er trotzdem weiter macht, ist für ihn keine Frage. Die Tiere brauchen ihn. Wenn eine Rettungsaktion dann gut ausgeht, ist das für ihn ein besonderer Lohn. „Ein riesengroßer Milan hatte eine vergiftete Ratte gefressen, wurde aber rechtzeitig gefunden. Die Tierärztin konnte die Ratte herausholen. Zwei Tage später durften wir den Milan dann frei lassen. Das ist ein schönes Erlebniss, wenn man so einen großen Vogel wieder starten lassen kann.“

„Es ist eine Schande, dass es sowas wie uns geben muss"

Seit seiner Gründung vor fünf Jahren hat der Tiernotruf Saar rund um Jörg Langer und sein Team über 10.000 Tiere gerettet. Er ist stolz darauf – sagt aber auch ganz klar: „Es ist eine Schande, dass es sowas wie uns geben muss, in der heutigen Gesellschaft." Er könne nur den Kopf darüber schütteln, wenn beispielweise Eltern dabei zusehen, wie ihr Kind nach am Boden pickenden Tauben tritt.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 16.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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