Fuchs auf einer Wiese (Foto: dpa)

Füchse: Bejagen oder in Ruhe lassen?

Renate Wanninger   28.05.2019 | 10:00 Uhr

Füchse sind Wildtiere, doch weil sie sehr anpassungsfähig sind, trifft man sie nicht nur in der Natur, sondern sie breiten sich auch immer mehr in dicht besiedelten Gebieten aus. Füchse sind kein Problem, sagen die einen. Füchse übertragen Krankheiten und sollten von den Jägern durch Abschuss in Schach gehalten werden, sagen die anderen. SR-Reporterin Renate Wanninger hat sich auf die Suche nach Argumenten pro und contra gemacht, hat eine Fuchsauffangstation besucht und mit dem Umweltministerium gesprochen.

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Füchse: Bejagen oder in Ruhe lassen?
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 28.05.2019, Länge: 05:17 Min.]
Füchse: Bejagen oder in Ruhe lassen?

Füchse sind kluge Tiere. Sie können ungefähr 400 Mal besser riechen als wir Menschen. Ihr Gehör ist so fein, dass sie damit auch Abstände bemessen können. Wenn der Fuchs eine Maus hört, kann er sie mit einem Sprung erwischen, ohne sie vorher gesehen zu haben. Die weiblichen Füchse, die Fähen, legen ihren Bau gerne mal in der Nähe einer viel befahrenen Straße an, denn dort gibt es Futter für die Welpen: überfahrende Tiere.

Krankheitsübertragung

Doch der Fuchs ist nicht nur ein Sinnbild für Schlauheit. Er steht auch für Krankheitsübetragung, Stichwort "Fuchsbandwurm". Das Risiko, sich mit der Echinokokkose zu infizieren, liege im Promillebereich, sagt Hartmann Jenal, der eine Fuchsauffangstation betreibt. Außerdem lässt sich eine Erkrankung mit dem Fuchsbandwurm recht gut behandeln.

Hartmut Jenal kann deshalb auch nicht verstehen, warum Füchse gejagt werden. In Luxemburg wurde die Jagd vor fünf Jahren eingestellt. Aus einer Dokumentation der Naturverwaltung des luxemburgischen Umweltministeriums geht hervor, dass sich der Bestand der Füchse durch das Jagdverbot nicht verändert hat. Es gibt also nicht mehr Füchse als vorher.

Dafür gebe es in Luxemburg aber ein anderes Problem, sagt Hubertus Lehnhausen vom Umweltministerium des Saarlandes. Unter den Füchsen habe sich die Räude verstärkt ausgebreitet und viele würden qualvoll verenden. Räude ist eine hoch ansteckende, durch Milben ausgelöste Hauterkrankung, die innerhalb einiger Monate zum Tode führen kann.

Niederwild

Zudem werde der der Bestand des Niederwilds gefährdet - allen voran Feldhase und Rebhuhn - wenn die Jäger den Fuchs nicht in Schach hielten, sagt Lehnhausen. Dazu sagt Jenal: Dieses Argument habe es auch schon gegeben, als vor 40 Jahren die Jagd auf Greifvögel verboten wurde. Und wenn man sich nun Luxemburg ansehe: Die Population beim Niederwild sei gleich geblieben. Die Natur regle das.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 28.05.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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