Herz aus Händen (Foto: pixabay/sweetlouise)

Studie: Menschen sind zunehmend solidarisch

  07.04.2020 | 06:54 Uhr

Viele Generationen haben soetwas noch nicht erlebt: Ausgangsbeschränkungen, dauerhaft geschlossene Geschäfte, Angst und alles wegen einer Krankheit: Corona. Gerade für Psychologen eine höchst seltene Forschungsgelegenheit. Auch an der Universität des Saarlandes wird zurzeit eine Studie durchgeführt zu den Auswirkungen der Coronakrise auf das Wohlbefinden.

Studie: Menschen sind zunehmend solidarisch
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel, 07.04.2020, Länge: 04:45 Min.]
Studie: Menschen sind zunehmend solidarisch
SR-Moderator Michael Friemel hat mit Dorota Reis gesprochen.

Als "Glücksfall" will Dorota Reis von der Forschungsgruppe Psychologie der Saaruni die aktuelle Situation nicht bezeichnen und trotzdem biete die Coronakrise ein einmalige Gelegenheit. Mit ihrem Team führt sie zurzeit Befragungen durch: "Wir möchten Informationen darüber gewinnen, wie es den Menschen derzeit geht im Unterschied zu ihrem normalen Alltag", so Dorota Reis. Dabei gehe es nicht nur um negative Aspekte der Krise, sondern auch darum, was sich Positives aus der Situation für die einzelnen Menschen entwickeln kann, deshalb frage die Studie in beide Richtungen.

Zwischenstand der Forschung

Aus den bisherigen Befragungen wird bereits deutlich, dass Menschen ganz verschieden auf die Situation reagieren: Die einen grenzen sich ab, die anderen zeigen sich zunehmend solidarisch: "Ein kleinerer Teil der Befragten zieht sich eher zurück, auch aus Ängsten um die eignen Finanzen und die Gesundheit. Aber insgesamt bin ich eher optimistisch", sagt Dorota Reis. Und deshalb sei es auch möglich, gestärkt aus der Situation herauszugehen, allerdings sei das von der Dauer und den Konsequenzen wirtschaftlicher Art abhängig. "Es könnte dann zu einer Rückbesinnung darauf kommen, was ist mir wirklich wichtig. So könnten Freundschaften und Gemeinschaftsgefühl an Bedeutung gewinnen", so Reis weiter.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" auf SR3 Saarlandwelle am 07.04.2020 berichtet.

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