Genrebild: Mehrgenerationen, Zusammenhalt,Teamgeist (Foto: Pixabay)

"Partnerschaft für Demokratie" im Landkreis Sankt Wendel

mit Informationen von Lisa Krauser   26.11.2021 | 16:55 Uhr

Demokratisches Engagement in Landkreisen und Gemeinden fördern und die Zivilgesellschaft stärken - das will das Bundesfamilienministerium mit seinem Förderprogramm "Parternschaften für Demokratie" erreichen. Was steckt aber genau hinter dem Programm?

Seit August beteiligt sich der Landkreis Sankt Wendel am Bundesprogramm "Partnerschaft für Demokratie". Die Ziele: demokratisches Engagement stärken, Vielfalt fördern, Extremismus vorbeugen. Dies soll in einem Netzwerk aus Vereinen, Verbänden, Kirchen, Trägern der Jugendarbeit und weiteren Institutionen umgesetzt werden.

Anlaufstelle für Projekte

"Partnerschaft für Demokratie" im Landkreis Sankt Wendel
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 26.11.2021, Länge: 03:14 Min.]
"Partnerschaft für Demokratie" im Landkreis Sankt Wendel

Eine "Partnerschaft für Demokratie" besteht aus einem so genannten federführenden Amt, das in einer Verwaltung - in diesem Falle in der Landkreisverwaltung – verankert sein muss. Dieses kümmert sich um die ordnungsgemäße Verwendung der Fördermittel. Eine Fach- und Koordinierungsstelle steuert die Maßnahmen der Partnerschaft. Im Landkreis Sankt Wendel ist hier Yannik Meisberger vom Adolf-Bender-Zentrum Ansprechpartner. Interessierte Vereine, Jugendorganisationen, Schulen oder Kirchen können sich bei ihm melden, wenn sie Projekte umsetzen wollen und Unterstützung brauchen.

Bereits umgesetzt: Demokratie- und Anti-Rassismus-Projekt

Ein Projekt, das schon mit Geld aus dem Förderprogramm umgesetzt wurde, ist ein Demokratie- und Anti-Rassismus-Projekt vom Jugendbüro Nonnweiler. Philip Matter, der das Jugendbüro leitet erzählt, dass sie mit 13 Jugendlichen versucht haben, Themen in verschiedene Richtungen abzubilden, die die Jugendlichen gerade beschäftigen. Sei es Rassismus, Ausgrenzung, Grenzen allgemein oder anders sein.

Saar-Pfalz-Kreis bereits seit 2016 dabei

Der Saar-Pfalz-Kreis ist schon seit 2016 dabei und hat schon einige Erfahrungen damit gesammelt. Koordinator dort ist Fabian Müller vom Adolf-Bender-Zentrum. Er findet, das Wertvolle an so einem Förderprogramm sei gar nicht mal so sehr das Geld, sondern vor allem die Möglichkeit, Vereine und Organisationen zusammenzubringen.

Auch zweifelnde Menschen sollen erreicht werden

Im Saar-Pfalz-Kreis sind so in den letzten Jahren dutzende Projekte entstanden. Yannik Meisberger glaubt, dass auch die Nachfrage im Landkreis Sankt Wendel groß sein wird. Weil es dort seiner Einschätzung nach schon viele engagierte Leute gibt. Aber natürlich gibt es auch in Sankt Wendel die Politik-Verdrossenen. Menschen, die demokratische Prozesse immer mehr in Frage stellen. Meisberger erzählt, dass sie es vor allem im letzten Jahr gemerkt hätten. Rund um das Thema Corona seien Menschen zweifelnd unterwegs und fänden sich in neuen Strukturen wieder. Sie suchten auch nach Identität und da sei der Rechtsextremismus nicht weit weg.

Auch sie sollen mit dem Förderprogramm erreicht werden. Allerdings dürfte das die weitaus schwierigere Aufgabe werden.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 25.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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