Passagierflug fliegt nach Sarajevo (Foto: SR)

Saarländerin in Sarajevo gestrandet

mit Informationen von Patrick Wiermer   21.06.2022 | 13:23 Uhr

Seit dem 14. Juni sitzt eine Saarländerin in der bosnischen Stadt Sarajevo fest. Dort war sie zu Besuch bei ihrer Tante und wollte am 18. Juni wieder zurückreisen. Dann wurde ihre Rückflug ohne Angabe von Gründen gestrichen. Ein Problem, das viele Reisende in diesem Sommer betreffen könnte.

Bosnien steht seit diesem Jahr auf dem Flugplan des Flughafens in Saarbrücken. Julia nutzte diese Verbindung und besuchte ihre Tante in Sarajevo.

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Gestrandet im bosnischen Sarajevo
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 21.06.2022, Länge: 03:10 Min.]
Gestrandet im bosnischen Sarajevo

Am 18. Juni wollte Julia mit der Fluggesellschaft WizzAir zurück ins Saarland fliegen, doch der Flug wurde gestrichen.

Kritik an fehlenden Informationen von WizzAir

Zunächst wurde am Flughafen Butmir bei Sarajevo der Flug mehrmals verschoben. Dann kam die Nachricht, dass der Flug ganz abgesagt wurde. Die Saarländerin kritisiert, dass den Reisenden keinerlei Informationen durch die Fluggesellschaft mitgeteilt wurden. „Es gab keine Informationen wie und was jetzt zu tun ist“ sagt Julia. Es sollen auch keine Mitarbeiter von WizzAir vor Ort gewesen sein, die den Gestrandeten geholfen hätten.

WizzAir schweigt bislang zu Vorwürfen

Auf eine Presseanfrage äußerte sich WizzAir bislang noch nicht. Nach SR-Informationen gab es operative Schwierigkeiten. Die Maschine hatte bereits von einem anderen Flughafen, von dem sie nach Sarajevo fliegen sollte, Verspätung.

Seitdem sitzt Julia in der bosnischen Stadt fest und konnte dort zum Glück wieder bei ihrer Tante unterkommen, denn ein Hotel wurde ihr von der Fluggesellschaft nicht angeboten. Am 21. Juni soll nun der Rückflug stattfinden. Für Julia ein ziemlich unbefriedigendes Ende eines ansonsten schönen Urlaubs.

Flugbranche leidet unter Personalnot

Probleme mit Flugverbindungen gibt es aktuell an vielen Flughäfen. Ein Grund: Der Wegfall von Corona-Schutzmaßnahmen und die niedrigeren Fallzahlen wecken die Reiselust. So verbuchte der Frankfurter Flughafen im Mai diesen Jahres 4,6 Millionen Passagiere mehr als 2021.   

Doch nicht nur die gestiegenen Passagierzahlen sind ein Problem. Die gesamte Flugbranche leidet unter Personalnot. Zum einen wurden Stellen abgebaut, zum anderen wechselten Mitarbeiter auch coronabedingt die Branche und kehrten nicht wieder zurück. Die Fluggesellschaften und Dienstleister tun sich schwer, die entstandenen Lücken zu füllen. Denn Schichtdienste und niedrige Löhne ziehen kaum neues Personal an.

Und das übrig gebliebene Personal arbeitet unter Stress und bekommt zudem die Verärgerung von frustrierten Fluggästen ab.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 21.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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