Flüchtlingsrat kritisiert Zustände im Ankerzentrum

Flüchtlingsrat fordert dezentrale Unterbringung wegen Corona

Patrick Wiermer   19.05.2020 | 16:00 Uhr

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie kritisiert der Saarländische Flüchtlingsrat erneut die Bedingungen im Ankerzentrum Lebach. Der Rat fühlt sich da auch durch eine neue Studie der Uni Bielefeld bestätigt. Die kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko sich in einem Aufnahmelager anzustecken mindestens so groß sei wie auf einem Kreuzfahrtschiff.

Flüchtlingsrat: "Wir fordern, dass die Flüchtlinge dezentral untergebracht werden"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 19.05.2020, Länge: 02:57 Min.]
Flüchtlingsrat: "Wir fordern, dass die Flüchtlinge dezentral untergebracht werden"
Das Infektionsrisiko in Flüchtlingsunterkünften ist höher als auf Kreuzfahrtschiffen. Das ist das Ergebnis einer bisher unveröffentlichten Studie der Uni Bielefeld. Und wie sieht die Lage im saarländischen Ankerzentrum in Lebach aus? Dazu im SR-Interview: Peter Nobert vom saarländischen Flüchtlingsrat.

Vier Menschen in einem Zimmer, eine zentrale Küche und Gemeinschaftsduschen - die räumliche Enge im Ankerzentrum Lebach erlaube es nicht, Abstand zu halten, sagte Peter Nobert vom Flüchtlingsrat. Nobert befürchtet, dass das Aufnahmelager zu einem Hotspot für Ansteckungen werden könnte. Befürchtungen, die sich bislang allerdings nicht bewahrheiten.

Aktuell gebe es keine Neuinfektionen in Lebach, heißt es aus auf Anfrage dem Innenministerium. Unter den 1050 Menschen in Lebach und den 73 Bewohnern in Braunshausen gebe es aktuell keine Corona-Fälle mehr.

Das könne auch reines Glück sein, sagt Peter Nobert. Schließlich lassen sich künftige Infektionen nicht vorhersagen. Wegen der Ansteckungsgefahr sei es daher jetzt besonders wichtig, die Bewohner dezentral unterzubringen, also auf Gemeinden und Städte im Saarland zu verteilen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 19.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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