Moria-Lager, Griechenland (Foto: Socrates Baltagiannis - Dpa/Bildfunk)

"Die Menschen haben Angst ins 'neue Gefängnis' zu gehen"

mit Informationen von Frank Hofmann   15.09.2020 | 08:45 Uhr

Stundenlang Anstehen, um drei Hühnereier zu bekommen, ein paar Liter Wasser für die ganze Familie und den ganzen Tag und die Furcht, das neue Zeltlager auf Moria könnte auch ein geschlossenes Lager sein, wie die Bewohner das alte überfüllte, abgebrannte Lager auf Lesbos empfunden haben. An einer Lösung für die rund 11.000 Menschen werde gearbeitet, heißt es.

Seit Montag bekommen Journalisten wie Bamdad Esmaili keinen Zutritt mehr zum neu errichteten Flüchtlingslager in Moria auf der griechischen Insel Lesbos: "Scheinbar will die Regierung verhindern, dass wir weiter über die Zustände berichten", so Esmaili. Eine weitere Schreckensnachricht nach dem Brand der alten Zeltstadt. Und auch die Situation der Flüchtlinge habe sich nicht verbessert. Rund 11.000 Menschen weigern sich in das neue Lager zu gehen: "Im neuen Camp sind etwa 800 Leutre und die, die draußen sind sagen sie hätten Angst rein zu gehen, weil das ein geschlossenes Camp wäre." Die Menschen wollten lieber in andere Länder verteilt werden.

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Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 15.09.2020 berichtet.

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