Flüchtlingslager auf Lesbos (Foto: dpa)

Die dramatische Lage auf Lesbos

  03.03.2020 | 08:30 Uhr

Türkisch-griechische Grenze. Seit Tagen sind dort tausende Flüchtlinge, die vorher in der Türkei festgehalten wurden. Der türkische Präsident Erdogan hat sie zum Teil in Bussen an die Grenze transportieren lassen, und jetzt sitzen sie dort fest, denn Griechenland lässt sie die Grenze nicht passieren. Auf der anderen Seite der Grenze, gerade mal zehn Kilometer von der Türkei entfernt, liegt die griechische Insel Lesbos. Auf Lesbos gibt es seit Jahren ein völlig überfülltes Flüchtlingslager und nun ist die Lage dort am eskalieren.

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Interview mit dem Grünen EU-Abgeordneten Erik Marquardt
Audio [SR 3, (c) SR, 03.03.2020, Länge: 05:35 Min.]
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Flüchtlingshelfer Jonas Müller zur Lage auf Lesbos
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 03.03.2020, Länge: 03:01 Min.]
Flüchtlingshelfer Jonas Müller zur Lage auf Lesbos
Der Saarländer Jonas Müller ist mit einer Hilfsorganisation auf Lebos und beschreibt im Telefoninterview die Ereignisse vor Ort.

Erik Marquardt, Europaabgeordneter der Grünen, ist seit einer Woche vor Ort. Es herrsche derzeit völlige Rechtslosigkeit hier, sagt er. Ein großer Teil der Bevölkerung habe über Jahre geholfen, die Herausforderungen durch die Flüchtlingssituation zu stemmen, doch seit Kurzem gebe es hier rechte Gruppen, die Checkpoints eingerichtet hätten und mit Gewalt gegen Geflüchtete, Hilfsorganistionen und auch Journalisten vorgingen. Die Reaktion des Rechtsstaates darauf "ist momentan erbärmlich", sagt er.

Um die Situation wieder in den Griff zu bekommen, müssten verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, sagt Marquardt. Zudem wäre der Einsatz der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex sinnvoll, um wieder rechtsstaatliche Verhältnisse herzustellen.


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Ein Thema in "Guten Morgen" am 03.03.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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