Fledermausexpedition (Foto: SR)

Wie man Fledermäusen helfen kann

mit Informationen von Lena Schmidtke   12.07.2022 | 06:00 Uhr

Nachts schwirren sie um die Häuser und sind auf der Suche nach Nahrung - hören kann man sie als Mensch ohne technische Hilfe jedoch nicht: Die Rede ist von Fledermäusen. 20 Arten sind im Saarland beheimatet. Zoopädagogin Kristina König kümmert sich um verletzte oder schwache Tiere und päppelt sie liebevoll wieder auf.

25 Fledermausarten gibt es in Deutschland, 20 davon leben auch im Saarland. Fledermäuse sind besonders schützenswert, denn zwölf Arten sind bereits stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Jede Fledermaus zählt

Kristina König ist Zoopädagogin und kämpft um das Leben jeder Feldermaus. Sie nimmt schwache, erschöpfte und verletzte Tiere auf und päppelt sie soweit auf, das sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Natur und Häuser bieten kaum noch Unterschlupf

Ein Problem im Saarland sind die fehlenden Unterschlupfmöglichkeiten. Darunter leiden unter anderem die heimischen Zwerg- und Wasserfledermäuse.

In der Natur gibt es kaum noch einen natürliche Höhlen, infrage kommende Bäume werden vielerorts gefällt. Auch in Siedlungen finden die Tiere immer weniger Schutz. In alten Häusern konnten fanden die kleinen Säugetiere noch in Ecken und Winkeln an der Hauswand ihren Platz. Bei neuen oder sanierten Gebäuden werden diese Rückzugsorte im Zuge der Wärmedämmung in der Regel verschlossen.

Fledermausarten im Saarland
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 12.07.2022, Länge: 02:40 Min.]
Fledermausarten im Saarland

Spaltenkasten und Blumenwiese zur Unterstützung

Möchte man den kleinen Tieren im Neubau Schutz bieten, dann kann man zum Beispiel einen Fledermaus-Spaltenkasten aufhängen.

Futterangebote schaffen

Daneben kämpfen die Fledermäuse jedoch noch mit den in der Landwirtschaft verwendeten Pestiziden und dem Insektensterben. Viele Faktoren, die heimische Arten wie das graue Langohr, die Mopsfledermaus oder die große Hufeisennase, zunehmend gefährden.

Ein für die Säugetiere reich gedeckter Tisch ist somit die größte Unterstützung. Denn obwohl die heimische Zwergfledermaus nur die Größe einer Streichholzschachtel hat, kann sie bis zu 4000 Insekten in einer Nacht verspeisen. Wichtig ist es daher Blütenpflanzen mit Nektar anzupflanzen. Denn die Blüten locken Insekten und Nachtfalter an und diese wiederum die Fledermäuse.

Gefundenen Fledermäusen helfen

Am Boden liegenden schwachen Fledermäusen kann man helfen, indem man sie leicht unter den Flügeln anhebt und in eine Box legt.

Häufig sind die Tiere nur erschöpft und fliegen nach kurzer Erholung wieder selbstständig weiter.

Wichtig ist es jedoch, dass man die Tiere nicht mit der bloßen Hand anfasst. Am besten, man zieht Lederhandschuhe an. Die Box sollte mit Löchern versehen werden, damit die Tiere genug Luft bekommen. Um sie zu päppen kann man ihnen Flüssigkeit anbieten. Katzenmilch ist dafür gut geeignet.

Einmal gerettet können Zwergfledermäuse in freier Wildbahn bis zu 16 Jahre und der heimische große Abendsegler sogar bis zu 25 Jahre alt werden. Für ihre winzige Größe ist das ein hohes Alter.

Veranstaltungshinweis

Nachtwanderungen im Urwald vor den Toren der Stadt: am Samstag, 30. Juli

Treffpunkt/Ort: Parkplatz am Netzbachweiher an der L256 zwischen Dudweiler und Fischbach
Kosten: Erwachsene 6 €, Kinder 4 €
Info: unter www.saar-urwald.de
Anmeldung: per Mail an nicolas.lesch@nabu-saar.de
Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie auch im aktuellen Urwald-Programm.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 12.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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